Über mich

Liebe Leserschaft,

ich bin Kathi (25) und komme aus dem Siegerland. Meine Faszination für Ostafrika entwickelte sich bereits in meiner Grundschulzeit, als ich Bezabeh zum ersten Mal getroffen habe. Seine Erzählungen über seine Heimat Äthiopien und sein Engagement entfachten schon damals in mir den Wunsch, ihn auf einer seiner Reisen zu begleiten. Und so konnte mich nach dem Eintritt in die Volljährigkeit nichts mehr davon abhalten dieses Vorhaben zu realisieren. Im Jahr 2010 machte ich mich zum ersten Mal auf den Weg nach Äthiopien. Überwältigt von den gesammelten Eindrücken entschied ich mich dem Entwicklungsverein „Äthiopien–Verein Hilfe zum Leben e. V.“ beizutreten. Dieser entsprang aus Bezabehs Bestreben, die Menschen in Äthiopien dauerhaft zu unterstützen und ermöglicht hilfsbedürftigen, aus von Armut betroffenen Familien kommenden Kindern den Kindergarten- und Schulbesuch.

MEDION Digital Camera
Bezabeh und ich ( Äthiopien 2016)

Die erste Projektreise war für mich so essenziell, dass ich seitdem jedes Jahr aufs Neue für ein paar Wochen nach Äthiopien gereist bin, um das Projekt aktiv zu unterstützen. Im Januar 2016 war ich bereits zum fünften Mal in Äthiopien, sodass ich voller Stolz sagen kann, dass das Land für mich zu einer zweiten Heimat geworden ist, die ich jedes Mal nur schweren Herzens verlasse. Die letzte Reise stellte zudem bislang das größte Abenteuer dar, denn meine Oma (81) und meine Mama haben mich während des Aufenthalts besucht. Damit erfüllte sich für mich ein Herzenswunsch, denn ich wollte meiner Oma unbedingt zeigen, was durch ihr Engagement in Äthiopien ermöglicht wird. Im Herbst 2015 konnten wir zugunsten der Kinder in Äthiopien einen großen Basar veranstalten. Meine Oma und ihre fleißigen Helfer waren das ganze Jahr damit beschäftigt, allerlei Handarbeiten für den Verkauf anzufertigen. Durch den tatkräftigen Einsatz konnte ein unglaublich hoher Betrag eingenommen werden. Mit diesem wurden die Kosten für die neuen Schuluniformen gedeckt, die auf dem Schulgelände eigens für jedes Kind genäht wurden.

Die Erfahrungen während der ersten Projektreise führten ebenfalls zu meinem Entschluss nach dem Abitur ein Studium im Fachbereich Bauingenieurwesen an der Universität Siegen aufzunehmen, um konstruktiv an der Weiterentwicklung des wirtschaftlichen und infrastrukturellen Systems, speziell in Entwicklungsländern, mitwirken zu können.   Dabei stehen für mich besonders die Strategien und Maßnahmen des Empowerments im Fokus. Empowerment umfasst neben dem eigentlichen Prozess der Selbstbemächtigung auch die professionelle Unterstützung der Menschen, ihre Macht- und Einflusslosigkeit durch eine umweltverträgliche Ressourcennutzung und Ausschöpfung ihres Gestaltungsspielraums zu überwinden.

Denn noch heute haben etwa 748 Millionen Menschen weltweit keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,5 Milliarden Menschen müssen ohne ausreichende Sanitärversorgung auskommen. Verunreinigtes Trinkwasser ist einer der Hauptgründe für den frühen Tod von Kindern und sorgt dafür, dass sich Krankheitserreger und Parasiten rasant ausbreiten können. Das fehlende Verkehrsnetz erschwert und verhindert zudem die Versorgung von Menschen in von Dürre und humanitären Katastrophen heimgesuchten Gebieten. Armut und Hunger lassen sich jedoch nur effektiv und dauerhaft bekämpfen, wenn diese Defizite ausgeglichen werden. Im Weiteren hängen die Effizienz und der langfristige Erfolg weiterer Entwicklungsmaßnahmen z.B. im Bildungs-und Gesundheitssektor entscheidend von einer funktionierenden und adäquaten Infrastruktur, besonders jedoch vom Zugang zu sauberem Trinkwasser, ab.

Ich möchte daher mein Studium nutzen, um auch beruflich in der Entwicklungszusammenarbeit tätig zu sein. Am 23.März 2017 mache ich mich  auf den Weg nach Ostafrika, um das Sammeln erster praktischer Berufserfahrungen im internationalen Team, mit dem Kennenlernen einer neuen Kultur zu verbinden. Das geschieht im Rahmen von „weltwärts“, einem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. Meine deutsche Entsendeorganisation nennt sich „artefact“, ist gemeinnützig und seit Anfang 2008 als „weltwärts“ Entsendeorganisation anerkannt. „Artefact“ konzentriert sich besonders auf die folgenden Themenschwerpunkte:

-Erneuerbare Energien

-Aufforstung

-Ökologische Aspekte von Entwicklungsideen

-Fair Trade

-Bildung für nachhaltige Entwicklung

Im Fokus steht zudem das Erlernen eines neuen solidarischen Verhaltens in einer globalisierten Welt auf Grundlage von interkulturellen Begegnungen. Durch den Perspektivenwechsel, der durch die aktive Mitarbeit in einem anderen kulturellen Kontext stattfindet, sollen die eigenen Sichtweisen erweitert werden. Wegen der derzeitig politisch angespannten Situation ist es mir leider nicht möglich nach Äthiopien zu gehen, sodass ich ein lokales Projekt im Nordwesten von Tansania unterstützen werde, das meine erworbenen Fachkenntnisse und Kompetenzen anspricht.

Das Projekt trägt den Namen „Mavuno“ und befindet sich im Verwaltungsdistrikt Karagwe, der zur Region Kagera gehört. Es zielt darauf ab, die Lebensqualität von Menschen in ländlichen Gebieten nachhaltig unter sozioökonomischen und ökologischen Aspekten zu verbessern. Zur Umsetzung werden die Strategien und Maßnahmen des Empowerments genutzt, die den Grad an Autonomie und Selbstbestimmung steigern sollen, damit die Menschen zukünftig eigenmächtig und selbstverantwortlich ihre Interessen vertreten können. Empowerment umfasst neben dem eigentlichen Prozess der Selbstbemächtigung auch die professionelle Unterstützung der Menschen, ihre Macht- und Einflusslosigkeit durch eine umweltverträgliche Ressourcennutzung und Ausschöpfung ihres Gestaltungsspielraumes zu überwinden. Im Rahmen meines Einsatzes werde ich bei der Umsetzung von verschiedenen Wasserprojekten mitwirken. Neben der Planung eines Tiefbrunnens, der Solartechnik zur Wasserförderung nutzt, soll durch adäquate Filtertechnik die Qualität von gesammeltem Regenwasser erhöht werden. Daneben stehen Abwasser- und Abfallprojekte im Fokus. Durch meine langjährigen Aktivitäten bei der freiwilligen Feuerwehr umfasst eine weitere Aufgabe die feuerwehrtechnische Ausbildung der Wehrleute sowie die Brandschutzerziehung und -aufklärung.

Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich dein Interesse für das Projekt geweckt habe und dich fortwährend mit neuen Informationen versorgen darf. Wenn du darüber hinaus gerne meinen Frewilligeneinsatz und somit die Realisierung der oben genannten Projekte unterstützen möchtest,kannst du das über „betterplace“ machen. Ich bedanke mich bereits jetzt von ganzem Herzen für jegliche Art der Unterstützung und hoffe, dass ich dich durch meine Berichte aus und über Tansania mit auf die Reise in eine noch fremde Kultur nehmen kann.

Noch Fragen? -Immer her damit!

Eure Kathi

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