Wir verlegen endlich Fliesen und helfen gemeinsam Elias

Wir melden uns zurück von der Baustelle und können euch von enormen Fortschritten berichten: Fangen wir mal bei der Zwischendecke an: Alle Zwischendeckenplatten sind angebracht  und vergipst worden, sowie in allen Räumen mit den Zierleisten versehen. Außerdem konnte in der letzten Arbeitswoche bereits ein Großteil der  Zimmerdecken weiß gestrichen werden, in der aktuellen Arbeitswoche werden die Malerarbeiten an den restlichen Zimmerdecken fertigstellt, sodass die Lampen und Rauchmelder aus Deutschland in der kommenden Arbeitswoche installiert werden können.

Montage der Gipsbordüre durch unseren Handwerker Alex
Fertige Gipsbordüre und weiß gestrichene Zimmerdecke (Wandanstrich fehlt noch)

In den Zimmern, in denen bereits die Arbeiten an den Zimmerdecken abgeschlossen sind, konnten die Handwerker schon mit dem Fliesenverlegen beginnen. Die Lieferung der Fliesen aus Dar es Salaam hat doch länger auf sich warten lassen als zuvor gedacht. Dennoch sind am 16.01.2018 unsere Fliesen nahezu unversehrt auf der Baustelle eingetroffen. Zum Glück hat die verspätete Lieferung der Fliesen den restlichen Baubetrieb nicht verzögert -im Gegenteil  sie kamen eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt in Chabalisa an. Zum Fliesenverlegen haben wir drei zusätzliche Handwerker angestellt, die mit dieser Arbeit gut vertraut sind. Da die Fliesen hier nicht zur üblichen Innenausstattung eines Hauses zählen, war es schwierig, Handwerker zu finden, die das Fliesenverlegen präzise genug ausführen können. In der letzten Arbeitswoche konnten bereits vier Kinderzimmer sowie der Flur zwischen diesen Räumlichkeiten mit den entsprechenden Bodenfliesen als auch mit der Fliesen-Bordüre, die als unterer Wandabschluss dient, ausgestattet werden. Somit fehlt in diesen Zimmern lediglich nur noch der Wandanstrich, bevor nach einer Grundreinigung die Möbel an ihren Platz gestellt werden können. Die ersten vier gezimmerten Hochbetten sind bereits am 27.01.2018 auf der Baustelle angekommen und die nächsten vier Stockbetten sind auch schon in Auftrag gegeben.

Ein Teil der gelieferten Fliesen
Das erste Kinderzimmer wird mit Fliesen ausgestattet
Unser Handwerker Foti bei der Arbeit
Der Flur zwischen den Kinderzimmern

Die drei Fliesen-Profis

Auch alle Glasscheiben für die Fenster-und Türrahmen sind angefertigt und fast vollständig eingesetzt worden. Es müssen lediglich nur noch die sechs kleinen Fenster im Sanitärbereich mit den entsprechenden Glasscheiben ausgestattet werden. Wir müssen gestehen, dass uns die Metallfensterrahmen, die von lokalen Handwerkern angefertigt wurden, die meisten Nerven gekostet haben. Da die Rahmen nicht sauber ausgemessen und demnach nicht akkurat genug erstellt wurden, mussten die Handwerker diverse Male mit dem Stromaggregat und dem Schweißgerät auf die Baustelle kommen, um zahlreiche Ausbesserungsarbeiten vorzunehmen. In diesem Hinblick vermissen wir doch ein wenig die deutsche Genauigkeit. In der letzten Arbeitswoche haben wir zudem Flacheisen für die Fenster anfertigen lassen, die zur Montage der Moskitonetze an den Fensterrahmen zusätzlich erforderlich sind. So ist der Austausch im Fall einer Beschädigung der Moskitonetze problemlos möglich.

Das große Rundbogenfenster im kleinen Vorraum zum Sanitärbereich
Gestrichene(s) und verglaste(s) Terrassentür & Fenster im Vorraum der Schwesternwohnung

In der vergangenen Arbeitswoche konnten wir auch die Installationsarbeiten für das Zu-und Abwasser im Gebäude abschließen. Da hier kaum hochwertiges Werkzeug als auch Materialien für die Sanitärinstallation zu finden sind, waren wir sehr froh auf Arbeitsequipment und Materialien zurückgreifen zu können, welche Babu bereits vor Jahren mit den Containern nach Tansania verschifft hatte. Die Sanitäreinrichtung haben wir vor zwei Wochen in Bukoba erworben und auf die Baustelle transportiert. Im Hinblick auf die Stromversorgung gab es Probleme, die den ganzen Prozess deutlich verzögert haben. Jetzt sind jedoch alle Schwierigkeiten überwunden und unser Elektriker Felix sorgt in der aktuellen Arbeitswoche dafür, dass unser Haus endlich an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wird. Die letzten vier Zimmertüren als auch alle Holzrahmen für die Glassegmente im oberen Bereich aller Türrahmen werden aktuell von unseren Zimmermännern Silaus und Octavian angefertigt.

Elias -unser Sorgenkind

Eine weitere Geschichte aus Chabalisa, die uns sehr bewegt hat, möchte ich euch ebenfalls nicht vorenthalten. Seit ein paar Tagen berührt uns das Schicksal des 15 jährigen Elias, der unter chronischer Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) leidet. Elias ist seit Längerem schon auf die Baustelle gekommen, um seine tiefen und äußerst starken Wunden am linken Unterarm von den Schwestern oberflächlich behandeln zu lassen. Bei dem ersten Kontakt mit Elias war uns klar, dass es sich nicht um normale Wunden handelt und dass es enorm wichtig wäre, den Jungen in ein Krankenhaus zu schicken. Nach Absprache mit der Oberschwester von Chabalisa, die sich bislang liebevoll um Elias gekümmert hatte, haben wir kurzerhand einen Termin mit Elias vereinbart und sind mit ihm ins nächstgelegene Krankenhaus gefahren. Der Doktor hat uns gleich ins Bezirkskrankenhaus überwiesen, in dem am Samstag (27.01.2018) eine Röntgenaufnahme vom betroffenen Unterarm gemacht wurde, um zu sehen, ob bereits der Knochen infiziert und geschädigt ist.

Elias während seines Aufenthaltes im Bezirkskrankenhaus
Elias Wunde am Unterarm nach starker Antibiotikabehandlung (Es ist eine enorme Verbesserung zu erkennen)

Von der Oberschwester haben wir in Gesprächen zuvor erfahren, dass Elias Mutter leider die Familie verlassen und der Vater ein Alkoholproblem hat. Die Familie besitzt kaum finanzielle Mittel, sodass der Schulbesuch für Elias nichtmehr möglich ist und auch eine  anständige Behandlung in einem Krankenhaus vorerst ausgeschlossen war.  Für uns stand daher von Beginn an fest, dass wir für die Behandlung aufkommen werden, um den Jungen von seinen starken Schmerzen zu erlösen. Elias musste direkt am Samstag im Krankenhaus bleiben und konnte am Montag (29.01.2018), nachdem alle Injektionen mit Antibiotika verabreicht waren vorerst wieder entlassen werden. Wir waren seit seiner Einweisung jeden Tag im Krankenhaus, um Elias zu besuchen, auf die Ergebnisse zu warten und ihn zu versorgen. Gesa und Max, zwei Freunde aus Deutschland, die uns hier in Tansania besucht hatten, haben Elias ebenfalls ins Herz geschlossen und bei der Versorgung tatkräftig geholfen. Wir haben neue Kleidung, Hygieneartikel, eine Wasserschüssel, Besteck, eine Tasse sowie einen Teller, Obst, Getränke, warme Mahlzeiten und natürlich Süßigkeiten gekauft, um ihn den Aufenthalt so weit weg von Zuhause etwas zu erleichtern. Zum Glück ist Elias Bruder noch am Samstagnachmittag ins Krankenhaus gekommen, um sich dem Sorgenkind anzunehmen. Der Vater ist leider erst am Montag kurz vor Elias Entlassung aufgetaucht, aber es war ihm anzusehen, dass er aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes seines Sohnes ziemlich zweifelt ist und gerne viel mehr für seine Familie tun würde. Nach der starken Antibiotikabehandlung in Form von Spritzen und Tabletten geht es Elias nun deutlich besser. Es ist vermutlich das erste Mal seit langer Zeit, dass Schmerz für ihn nicht das dominierende Gefühl ist. Nach dem Gespräch mit dem Arzt am Montag in dem dann erst die schlechte Diagnose, chronische Osteomyelitis gestellt wurde, war jedoch klar, dass die Antibiotikabehandlung nicht ausreicht. Elias muss noch diese Woche in ein größeres Krankenhaus in  Kagondo reisen, damit ihm ausreichend geholfen werden kann. Dort müssen die infizierten Teile des Knochens entfernt werden und eine Drainage gelegt werden. Felix Papa konnte kurzfristig bei einem Jahresanfangskonzert seiner kleinen Band „The Scones“ einen unglaublich hohen Geldbetrag für Elias Behandlung und Operation sammeln, sodass die Finanzierung nun definitiv kein Hindernis mehr darstellt. Wir befürchten jedoch, dass der Verlauf und die damit einhergehenden Knochenumlagerungsprozesse bereits so stark fortgeschritten sind, dass Elias leider nicht ohne Langzeitschädigungen davon kommt. Der Unterarm ist bislang auch nicht die einzige betroffene Körperregion. Bereits vor Jahren hatte er eine Infektion am Oberschenkel, die leider nicht sorgsam behandelt werden konnte, sodass sich aus einer akuten Knochenmarkentzündung eine chronische Knochenmarkentzündung entwickeln konnte. Elias wird sein Leben lang immer wieder mit plötzlich auftretenden und schwerwiegenden Infektionen zu kämpfen haben, die immer wieder schnell und angemessen mit Antibiotika behandelt werden müssen.

 

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Das große Fest in Chabalisa

Mit großen Schritten geht es voran und man erkennt deutlich die Fortschritte auf der Baustelle. Während die bisherigen Arbeiten meist nur im Gebäudeinneren ersichtlich waren, hat sich in den letzten drei Arbeitswochen vor Weihnachten auch die Außenfassade optisch verändert. Alle Fenstermetallrahmen sind mittlerweile eingebaut und einwandfrei von innen und außen verputzt.

Frontansicht mit eingebauten Fenstern
Frontansicht mit eingebauten Fenstern
Eingebaute und sauber verputzte Fenstermetallrahmen im Schwesterntrakt
Erstellen der
Erstellen der Mauerwerkswand im Vorraum zum Sanitärbereich

Auch die Terrassentür im Schwesterntrakt ist eingebaut und beidseitig sauber verputzt worden. Der Vorraum zum Sanitärbereich war bislang nach außen hin offen und der Durchgang wurde als zusätzlicher Zugang zur Baustelle genutzt. Vor Weihnachten haben die Handwerker dort eine 80 cm hohe Mauerwerkswand errichtet. Der Bereich zwischen dem erstellten Mauerwerk und dem Rundbogen darüber wird in der nächsten Woche durch ein großes Fenster verschlossen, das zukünftig für viel Helligkeit sorgen wird. Innerhalb einer Arbeitswoche konnten die Elektroinstallationsarbeiten im und ums Haus abgeschlossen werden. Diese Arbeiten beinhalteten neben der Verkabelung auch das Aufklopfen und Wiederverschließen der Kabelschächte. Unser Elektriker Felix aus Kayanga kümmert sich derzeit darum, dass das Haus an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wird. Aufgrund der Feiertage ist dies aber erst im neuen Jahr möglich. Derzeit werden geeignete Bäume gesucht deren Stämme als Strommasten fungieren sollen. Für die große optische Veränderung verantwortlich war besonders das Anbringen der Zwischendeckenplatten, die nun bereits in vielen Räumen vorhanden sind. Anfangs taten sich die Zimmerer im Umgang mit dem Akkuschrauber etwas schwer, aber mit fortschreitender Arbeit haben sie sich an das neumodische Werkzeug gewöhnt.

Anbringen der Zwischendeckenplatten
Anbringen der Zwischendeckenplatten
Ausmessen zum Zuschneiden der Deckenplatten
Ausmessen zum Zuschneiden der Deckenplatten

Leider mussten wir in einem Kinderzimmer den vor Jahren verlegten Estrich komplett entfernen. Das Rissbild war so stark ausgeprägt, dass das Fliesenverlegen nicht problemlos möglich gewesen wäre. Zum Glück ist die Beschaffenheit des alten Estrichs in den anderen vier Kinderschlafräumen akzeptabel für die weiteren Arbeitsschritte.

Aufklopfen des alten Estrichs
Aufklopfen des alten Estrichs

Ein weiterer großer Erfolg stellte für uns das Bestellen aller Fliesen dar. Aufgrund der sehr begrenzten Auswahl in Omurushaka und Kayanga hatten wir uns zuvor dazu entschlossen, die Fliesen in Dar es Salaam zu bestellen. Am Freitag müsste uns die Lieferung vom anderen Ende Tansanias erreicht haben. Nächste Woche werden wir zu dem Bauhändler, der mittlerweile ein Freund geworden ist, fahren und überprüfen, ob die Bestellung vollständig und heile angekommen ist. Durch den guten Kontakt zu dem Händler entstanden für den Transport auch keine Mehrkosten. Obwohl es in Tansania üblich ist, keinen zusätzlichen Bodenbelag auf dem Estrich zu verlegen, haben wir uns für Fliesen im gesamten Gebäude entschieden. Neben der Ästhetik hat das auch entscheidende Vorteile hinsichtlich der Sauberkeit. Leider müssen wir den Bau des Regentanks auf Februar verschieben, weil bis dato noch nicht alle Erdarbeiten abgeschlossen sind. Das liegt vor allem daran, dass wir den Erdaushub im gleichen Arbeitsschritt hinter dem Haus für das Anlegen einer Terrasse aufschütten und sorgfältig verdichten. Für die Erdarbeiten stehen zudem auch nur Schaufeln, Spitzhaken und ein Stampfer zum Verdichten und meist nur eine einzige Schubkarre zur Verfügung. Da bereits viele der notwendigen Baumaterialien für die Konstruktion des Wassertanks geliefert wurden, kann nach Abschluss der Erdarbeiten auch zügig mit dem Betonieren begonnen werden.  In den letzten Arbeitswochen wurden auch alle fehlenden Türrahmen gezimmert und auch eingebaut. Die drei fehlenden Holztüren für die Kinderzimmer sind auch fertiggestellt und auf der Baustelle angekommen.  Jetzt müssen nur noch vier Zimmertüren für den Schwesterntrakt gezimmert werden. Die Zimmertüren werden  jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt, um die Baustelle offen zu halten und die Türen nicht durch andere Arbeiten zu beschädigen.

Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit hatten wir für die Handwerker Weihnachtsgeschenke vorbereitet. Jeder erhielt ein paar Arbeitshandschuhe, eine kleine Tafel fair gehandelte Schokolade und 20.000 TZS Weihnachtsgeld. Das Jahr wurde zudem am 29.12. gemeinsam mit einem großen Fest beendet, zu dem etwa 400 Leute gekommen waren. Im Fokus stand neben der Segnung der beiden Häuser durch Bischof Almachius, besonders das Kennenlernen der Familien mit geistig und körperlich erkrankten Kindern. Speziell für sie wollten wir den Tag besonders gestalten, da viele Eltern mit ihren erkrankten Kindern nur selten das Haus verlassen. Mithilfe von zahlreichen Schwestern, die ebenfalls viel Herzblut in die Vorbereitung und Ausführung das Fest legten, konnten wir eine wunderschöne und herzerwärmende Feier veranstalten, die allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Neben einem ausgiebigen Mittagessen, für das wir unter anderem 25 kg Rindfleisch, 3 Hühner, 2 Ziegen, 25 Fische, 50 kg Reis und 100 kg Kartoffeln sowie zahlreiches Gemüse und viele Getränke gekauft hatten, gaben es noch viele andere schöne Programmpunkte.  Wir hoffen von ganzem Herzen, dass wir den Familien durch den Tag mehr Zuversicht schenken konnten, da sie nun das Projekt, die Schwestern und uns kennenlernen konnten. Der Tag hat uns definitiv noch mal gezeigt, wie gesegnet wir sind, solch eine tolle Arbeit ausführen zu dürfen und mich persönlich hat er zu einem der glücklichsten Menschen gemacht, da ich hautnah erleben durfte, wie sehr die Leute sich auf Hilfe freuen, da es sonst keine Unterstützung gibt. Bis vor kurzem war es hier auch nicht unüblich, dass erkrankte Kinder umgebracht wurden, da sie und ihre Krankheit als böses Omen angesehen wurden, welches nur Unheil über die Familie bringt. Zu dem Fest waren ebenfalls all unsere Handwerker mit ihren Familien eingeladen, da diese einen großen Anteil am Erfolg des Projektes haben. Auch ein tansanischer Radiosender war den ganzen Tag live vor Ort, um von unserem Projekt zu berichten.

Einkaufen fürs Fest
Der Einzug zur Messe
Das Festgelände
Kochen für 400 Gäste
Segnung der Häuser durch Bischof Almachius
Segnung der Häuser durch Bischof Almachius
Segnung der Kinder durch Bischof Almachius
Segnung der Kinder durch Bischof Almachius
Segnung der Kinder durch Bischof Almachius

Ich hoffe ich kann noch mehr Menschen davon überzeugen, uns bei diesem wunderbaren Projekt zu unterstützen. Ich denke, dass gerade diese Familien ganz dringend unsere Hilfe benötigen.

Liebe Grüße und einen guten Start ins neue Jahr

Eure Kathi

Erdbeben und Vogelspinne -neue Herausforderungen auf der Baustelle

Hinter uns liegt eine ereignisreiche Arbeitswoche (27.11 – 01.12) in Chabalisa, in der wieder viele Aufgaben erfolgreich umgesetzt und bewältigt werden konnten. Dazu war es zuvor enorm wichtig drei neue Handwerker (Joseph, Robert und Alex) einzustellen, sodass wir nun voller Stolz verkünden können, dass unser Team fortan aus zehn Arbeitern aus der direkten Umgebung besteht.

Das Team
Die Ordensschwestern mit zwei Kindern, die auf dem Gelände leben

Die Holzlattung für die Zwischendecke für das gesamte Gebäude konnte auch in der letzten Arbeitswoche (27.11 – 01.12) fertiggestellt werden. Notwendig für die Fertigstellung war die Lieferung neuer Baumaterialien, die am Mittwoch (22.11) auf der Baustelle eingetroffen war. Für die Lattung hatten wir in Kayanga neue Holzbalken bestellt. Die Beschaffenheit war dabei besonders relevant, um das Risiko eines zukünftigen Befalls von Schädlingen zu minimieren. Gemeinsam mit den Balken wurden auch die Zwischendeckenplatten als auch die Zierleisten aus Gips angeliefert. Die Zwischendeckenplatten können jedoch erst angebracht werden, sobald die Arbeiten für die Elektrik abgeschlossen sind, da die Verkabelung oberhalb der Zwischendecke verlaufen soll. Die Gefahr, dass die Platten aufgrund der Elektroinstallationsarbeiten brechen, wäre zu groß. Um die Kabel für die Lichtschalter und Steckdosen sauber zu verlegen, wurde letzte Woche bereits an entsprechenden Stellen der Putz aufgeklopft.

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Endspurt: Im Eingangsbereich werden die letzten Holzbalken für die Zwischendeckenplatten angebracht
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Aufklopfen der Wände aufgrund der Elektroinstallationsarbeiten

Der Elektriker ist am Sonntag (03.12) extra nach Mwanza, eine Großstadt, die eine Tagesreise entfernt liegt, gereist, um hochwertigen Elektromaterial zu erwerben. Dies ist vor allem von Bedeutung, um das Risiko eines Kabelbrandes zu reduzieren. Im Brandfall sollen jedoch auch Rauchmelder, die Anfang Januar den Weg aus Deutschland auf die Baustelle finden, die zukünftigen Bewohner warnen. In der Arbeitswoche zuvor (20.11 – 24.11) haben die Maurer auch die Feuerschutzwand fertiggestellt, die den hinteren, sich im Rohbau befindenden Gebäudeteil von dem vorderen, zukünftig genutzten Trakt komplett abtrennt. Durch die Wand wird nicht nur die Ausbreitung eines Schadenfeuers eingedämmt, sondern auch verhindert, dass die Fledermäuse, die im hinteren Gebäudeteil nisten, in den vorderen Gebäudetrakt gelangen. Die Mauerarbeiten in der Höhe erforderten besonderes Geschick, da alle Mauersteine einzeln nach oben geworfen und dort aufgefangen werden mussten. Der Mörtel wurde zudem in Eimern an einem Seil nach oben gezogen. Nach Fertigstellung der Feuerschutzwand hatten die Maurer in der Arbeitswoche (20.11 – 24.11) auch zwei neue Metallfenstergestelle eingemauert und sauber verputzt und anschließend mit dem Auftragen eines Oberputzes in sämtlichen Räumen begonnen.

Auftragen des Oberputzes

Derzeit verfügen alle fünf Kinderschlafräume über eingemauerte und fertig verputzte Metallfensterrahmen, drei von ihnen wurden auch schon gesäubert, lackiert und mit Glas versehen. Das Fensterglas sowie weiteres Equipment für diesen Arbeitsschritt mussten wir auch in Kayanga bestellen, nachdem die Einzelmaße für die Glasscheiben bekannt waren. In der letzten Arbeitswoche (27.11 – 01.12) konnten wir weitere fünf große Metallfenstergestelle für die Schwesternwohnung sowie acht kleine Metallfensterrahmen für den Sanitärbereich und die zwei Badezimmer im Schwesterntrakt in Auftrag geben. Es wurden bereits vier große und vier kleine Fenstergestelle geliefert, die auch schon teilweise eingemauert wurden.

Blick auf die fertige „Feuerschutzwand“
Gelieferter Metallfensterrahmen
Nacharbeiten an den Fenstern (Austausch der Fenstergriffe)
Eingebauter Metallfensterrahmen
Außenansicht Schwesterntrakt mit neu eingebauten Metallfensterrahmen
Außenansicht Kinderzimmer mit fertiggestellten Fenstern
Nahaufnahmen eines fertiggestellten Fensters ( aber noch mit falschen Fenstergriffen)

!Zur Info: Die Fenster wurden nicht falsch herum eingebaut. Wir haben es so gemacht, wie es in Tansania üblich ist.

Nachdem die Arbeiten an der Holzlattung für die Zwischendecke im gesamten Gebäude abgeschlossen waren, haben sich die beiden Zimmermänner dem Einbau von bereits gezimmerten Türen, die zuvor mit den notwendigen Schlössern und Griffen ausgestattet wurden, gewidmet. Es war gar nicht so leicht, qualitativ hochwertige Türschlösser und –klinken zu finden. Letztendlich haben wir uns für importierte Türschlösser und –klinken aus Italien entschieden, was zur Folge hatte, dass diese teurer waren als die gezimmerte Tür selbst. Babu hatte einige Tage zuvor schlechte Erfahrungen mit wesentlich günstigeren aber auch qualitativ schlechteren Einbauschlössern und Türgriffen gemacht. Zudem konnte letzte Woche mit einem weiteren Teilprojekt begonnen werden. Wie bereits mehrfach erwähnt, soll das Gebäude mit zwei Wassertanks zum Auffangen des Regenwassers über die Dachflächen ausgestattet werden. Es wurde nun damit begonnen das Areal für den ersten Regentank vorzubereiten, der rund 34000 Liter fassen wird. Im ersten Schritt wurde der Bereich von Gestrüpp und großen Stauden befreit, im Weiteren haben die Arbeiter die ersten Kubikmeter Erde abgetragen. Der Tank wird eine Höhe von über 3,0 Metern und einen Durchmesser von rund 4,40 Metern aufweisen.

Blick auf die Kinderschlafräume und die gezimmerten Türen
Säubern des Geländes auf dem der Regentank gebaut wird
Erdaushub für die Konstruktion des Regentanks

Außerdem sahen wir uns dieser Woche mit einigen Herausforderungen konfrontiert, die auf einer deutschen Baustelle nicht zu den alltäglichen Problemen zählen. Zuerst überraschte uns ein Erdbeben, das uns in der Nacht von Samstag (25.11) auf Sonntag (26.11) ziemlich beunruhigt hatte. Wir wurden von einem tiefen Grollen aus dem Schlaf gerissen, als die Erde zu beben begann. Zum Glück war das Beben nur von kurzer Dauer und richtete keinen Schaden auf der Baustelle und an unserem Wohnhaus an.  Wir konnten nach dem Beben drei Schwalbenküken retten, die mit dem Nest von unserem Dach gefallen waren. Gemeinsam mit Babu haben wir ein provisorisches Nest gebaut, das die Vogeleltern glücklicherweise annahmen. Unsere tierischen Begegnungen gingen am Dienstag (28.11) weiter. Beim Fegen erlitt ich den Schrecken meines Lebens, als ich eine Vogelspinne im Haus entdeckte. Ich wollte die Schauermärchen bis jetzt nicht glauben, dass solche großen behaarten Spinnen auch hier heimisch sind. Jetzt wurde ich jedoch hautnah eines Besseren belehrt. Am Mittwoch (29.11) wurde unsere Baustelle von einer millionenstarken Kolonie Riesen-Ameisen heimgesucht. Diese kleinen Monster hielten uns ziemlich auf trapp, denn wir mussten öfter die Hosen runterlassen, nachdem die Tierchen sich in unseren Beinen festgebissen hatten. Mir war nicht bekannt, dass Ameisen so aggressiv sein können, geschweige denn, dass sie sich festbeißen können. Das Kennenlernen der tierischen Bewohner der Region fand Donnerstag (30.11) seinen Höhepunkt, als wir frühmorgens eine lange Giftschlange vor dem Gebäude entdeckten. Unsere Handwerker waren direkt in Alarmbereitschaft versetzt und hackten die Schlange mit einer Machete in zwei Stücke. Unser Versuch die Ameisenkolonie mit dem Kadaver zu ködern und von der Baustelle wegzulocken, war leider nur mit mäßigem Erfolg gekrönt.

Ich hoffe ich konnte euch durch meinen Bericht einen Einblick in die neusten Entwicklungen rund um das Projekt in Chabalisa geben. In zwei Wochen werdet ihr wieder was von mir hören.

Bis dahin, wünsche ich allen Lesern eine schöne Vorweihnachtszeit

Eure Kathi

Baufortschritte in Chabalisa

Hallo liebe Leserschaft,

seit wir vor drei Wochen mit den Bauarbeiten am und im Haus begonnen haben, hat sich schon viel getan. Die Flächen um das Haus herum haben wir von Gestrüpp, Müll und Bauschutt befreit. Dieser Arbeitsschritt war enorm wichtig um nachfolgende Arbeiten wie das Verputzen der Außenfassade oder das Einsetzen von Fenstern mühelos durchführen zu können. Aufgrund der starken Regenfälle erwies es sich zudem als äußerst sinnvoll, einen ordentlichen Aufgang ins Gebäude als auch einen Zugang zur Baustelle anzulegen. Als Rampe dienen nun drei Betonelemente, die zuvor zu diesem Zweck angefertigt wurden. Die heftigen Regengüsse sind zum einen enorm wichtig für den Obst- und Gemüsegarten auf dem Gelände, führen zum anderen jedoch dazu, dass der Boden ziemlich matschig und rutschig ist. Um dem entgegenzuwirken, haben wir den Weg zum Gebäude mit den Steinchen ausgelegt, die wir aus dem Sand zuvor ausgesiebt haben. Das Sieben stellt eine anstrengende und schweißtreibende Arbeit dar, weil zwischen den Regenfällen die tansanische Sonne ziemlich stark scheint. Sonnencreme und Kopfbedeckung zählen daher zu unseren wichtigsten Ausrüstungsgegenständen.

Rampe am Gebäudeeingang

Parallel zu den Aufräumarbeiten um das Haus waren im Inneren Zimmermänner und Maurer mit dem Innenausbau beschäftigt. Werkzeug und Material dafür waren zum Großteil bereits vor Ort vorhanden, denn Babu John hatte bereits für die Fertigstellung des Haupthauses die notwendigen Baustoffe und Werkzeuge in Containern gelagert. Alle weiteren Materialien, wie Deckenplatten, Gips, Bordürren oder Glas für die Fester haben wir am Wochenende bei Händlern in Omurushaka und Kayanga gekauft.  Während die Zimmerer seit Baubeginn mit der Lattung für die Zwischendecke beschäftigt sind, haben die Maurer bislang vielfältige Arbeiten ausgeführt. Bisher wurden die bereits vorhandenen Türrahmen ordentlich eingebaut, die drei existierenden Fenster von außen verputzt, sowie nicht verputze, als auch zuvor unsauber gearbeitete Mauerwände fertigstellt und ausgebessert. Derzeit sind die Maurer mit dem Hochziehen einer „Feuerschutzwand“ beschäftigt. Diese soll den hinteren, sich noch im Rohbau befindenden Gebäudeteil komplett von dem vorderen Teil, den wir derzeit fertigstellen, abgrenzen. Da unsere finanziellen Mittel als auch unsere Zeit hier in Tansania begrenzt sind, stellen wir vorerst nur den vorderen Gebäudeteil fertig. Hier sollen im Februar schon die Kinder einziehen.

Mischen des Mörtels
Zuschneiden der Lattung für die Zwischendecke / Einsetzen eines Türrahmens
Fertig verputzter Durchgang zum Sanitärbereich
Einsetzen eines Türrahmens zur Schwesternwohnung
Fertig verputzter Fenster-Metallrahmen

Alle angestellten Arbeiter stammen aus der unmittelbaren Umgebung. Gearbeitet wird fünf Tage die Woche von 7:00 -17:00 Uhr. Wir versuchen ebenfalls viele Arbeiten an lokale Handwerker aus Chabalisa zu vergeben, um die Leute in dem Dorf zu unterstützen. So werden zum Beispiel die Metallrahmen aller Fenster in Chabalisa angefertigt. Die Holztürrahmen als auch die Türen selbst werden von unseren Zimmermännern angefertigt, sobald diese die Lattung für die Zwischendecke im gesamten Gebäude angebracht haben. Der Mangel an Arbeitsplätzen in dieser Region wird uns jeden Morgen deutlich, wenn wir eine Reihe von Männern nach Hause schicken müssen, die in Hoffnung auf Arbeit schon früh den Weg zu unsrer Baustelle gesucht haben.

Mauerarbeiten an der „Feuerschutzwand“
Unser Maurer Albert bei der Arbeit
Der Maurer Foti bei der Arbeit an der „Feuerschutzwand“
Unser Maurer Renatus beim Mauern der „Feuerschutzwand“

In den kommenden Tagen müssen wir uns dringend um einen guten Elektriker kümmern. Wir sehen vor, dafür den Handwerker anzustellen, der bereits für die Elektrik am Kirchengelände in Kayanga verantwortlich war. Wir freuen uns sehr, dass Pater Hans uns ziemlich spontan einen Akkuschrauber aus Österreich mitgebracht hat. Mit diesem können wir die Deckenplatten nächste Woche an der Lattung anbringen. Unsere Bemühungen einen Akkuschrauber in Bukoba, der nächstgrößeren Stadt, die zwei Autofahrtstunden entfernt liegt, zu besorgen, blieben erfolglos. Am Donnerstagmorgen werden die restlichen Baumaterialien, die wir am Wochenende erworben haben und die nicht in das private Auto von Babu John gepasst haben, mit einem Lkw auf die Baustelle transportiert. Wir hoffen es läuft alles nach Plan. Über alle weiteren Fortschritte der nächsten Wochen halte ich euch natürlich auf dem Laufenden.

Liebe Grüße aus Tansania

Eure Kathi

Wohnungswechsel und Projektfortschritte

Hallo liebe Leser meines Blogs,

nun bin ich schon wieder seit knapp 4 Wochen in meiner Heimat Tansania. Nach meiner Rückkehr war einiges zu tun und die letzten Wochen waren daher mit reichlich Arbeit gefüllt. Die erste Woche war komplett von meinem Umzug bestimmt, denn wie schon berichtet, habe ich mich noch vor meiner Ausreise dazu entschieden die Unterkunft, aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse und dem damit einhergehenden Problemen mit den Ratten und Flöhen, zu wechseln. Nun lebe ich in einer schönen kleinen Wohnung, die einen großen Raum, ein eigenes Bad und einen geräumigen Flur umfasst. Die Wohnung befindet sich auf dem Kirchengelände der katholischen Kirche in Kayanga, auf welchem auch der Bischof, die Priester als auch die Ordensschwestern leben. Ich fühle mich sehr wohl in diesem Umfeld, denn gleich von Beginn an wurde ich sehr herzlich aufgenommen und konnte bislang immer auf Unterstützung und Hilfe zählen, wenn es ein kleines Problem gab.  Während meiner Abwesenheit wurde die Wohnung bereits mit Möbeln ausgestattet, sodass mir viel Arbeit erspart blieb und ich sogar die erste Nacht nach der Rückkehr dort verbringen konnte. Mittlerweile habe ich alles so eingerichtet und mit persönlichen Gegenständen dekoriert, dass ich mich wirklich überaus wohl fühle. Die Wohnung ist ein Platz, an dem ich  mich gerne aufhalte, zu dem ich gerne zurückkehre und an dem ich wieder Kraft nach getaner Arbeit schöpfen kann.  Das war bei Mavuno leider nicht so, da ich dort mit mehreren Problemen konfrontiert war. Der einzige entscheidende Vorteil in der alten Unterkunft war der Aspekt, dass es dort immer Wasser aus dem Bohrloch gab. In der neuen Wohnung gibt es kein fließendes Wasser, sodass ich jeden Tag zwei Eimer Wasser draußen an einer Verteilerstelle holen muss. Bei dem Wasser handelt es sich um das Regenwasser, das vom Kirchendach fließt und in einem unterirdischen Tag gespeichert wird. Es eignet sich daher nur nach Abkochen zum Trinken und auch Gemüse und Obst lässt sich nur gründlich reinigen, wenn das Wasser zuvor abgekocht wurde. Da Oma und Mama mir einen Tauchsieder mitgebracht hatten, ist das aber kein Problem, vorausgesetzt es gibt Strom. Als äußerst praktisch erweist sich zudem auch die Camping-Herdplatte, die Oma und Mama ebenfalls in ihrem Gepäck mitführten. So kann ich jeden Tag frisch kochen und bin eigenständig. Angemerkt sei jedoch, dass es zudem auch die Möglichkeit gibt, eine Gemeinschaftsküche zu nutzen oder mit den Schwestern, dem Bischof sowie den Priesteranwärtern jeden Tag gemeinsam zu essen.

Auch arbeitstechnisch gab bzw. gibt es viel zu tun, da ich ja fortan meine Arbeitszeit teile. Im Hinblick auf das Mavuno Wasserprojekt wird es bald einen enormen Fortschritt geben. Felix und ich haben ja schon vor ein paar Monaten ein Dokument, das sich mit dem gesamten Wasserprojekt befasst, ausgearbeitet. Dieses haben wir nun um die Dimensionierung der Trinkwasserleitung vom Mavuno Office bis zur Mavuno Secondary School sowie die dafür erforderliche Berechnung des Pumpensystems als auch der Solaranlage erweitert. In den nächsten Tagen wird mit den Bauarbeiten für die Verlegung von 10 km Trinkwasserleitung begonnen. Aufgrund des Umfanges dieses Teilprojektes arbeiten wir eng mit schwedischen Ingenieuren zusammen, die das Projekt teilfinanzieren. Für die restlichen Kosten kommt die Regierung auf. Um eine langfristige, nachhaltige und adäquate Lösung für die differente Fragestellung im Hinblick auf die Berechnung und Dimensionierung zu finden, waren Felix und ich auf zuverlässige Basisdaten angewiesen. Speziell die Datenbeschaffung kann sich  aber schon mal hier in Tansania zu einem langwierigen Prozess entwickeln, selbst wenn die Wichtigkeit der Daten ganz klar kommuniziert wurde. So dauerte es auch mehrere Tage bis endlich ein Nivelliergerät beschaffen werden konnte, um die vorliegende Höhendifferenz der zu überwindenden Distanz zu ermitteln. Ein lokaler Ingenieur hatte zuvor ebenfalls Berechnungen angestellt, die ausschließlich die Dimensionierung des Rohrleitungsnetzes umfassten. Der Ingenieur nutze in seiner Ausarbeitung GPS- Höhendaten, die für eine angemessene Berechnung jedoch nicht präzise genug sind. Wir waren uns daher einig, dass eine erneute Bemessung mit einem Nivelliergerät für unsere Kalkulationen unabdingbar ist. Ein Nivelliergerät konnte dann ganz kurzfristig aus dem etwa 2 Autofahrtstunden entfernten Bukoba organisiert werden. Da dieses eigentlich derzeit für Straßenbauarbeiten in Bukoba genutzt wird, hatten wir einen ziemlichen Zeitdruck. Wir haben das komplette Wochenende durchgearbeitet, um die Strecke von etwa 10 km entlang der staubigen unbefestigten Straße zur Schule schnellstmöglich zu bemessen. Es war aufgrund der starken Sonneneinstrahlung und des Staubes eine anstrengende, aber auch schöne Aufgabe. Das Ziel vor Augen und durch die lieben und dankbaren Worte der Anwohner motiviert, haben wir diese Aufgabe schneller als erwartet erledigt. Auf Grundlage der gesammelten Höhendaten konnten wir dann schließlich, die Berechnungen und Dimensionierungen abschließen und dem gesamten Team präsentieren. Wie bereits erwähnt sind auch schwedische Ingenieure an dem Teilprojekt beteiligt, sodass regelmäßig Skype-Meetings stattfinden, in denen aktuelle Fragestellungen diskutiert und die neusten Entwicklungen besprochen werden. Selbstverständlich ist dabei auch immer der Mavuno-Manager anwesend.

Bohrloch auf dem Mavuno Gelände
Einlassen eines Divers, um einen Pumptest durchzuführen
Bei der Arbeit
Mavuno Mitarbeiter, der uns während den Nivellierarbeiten assistiert hat

Schönes Örtchen, um Mittagspause zu machen

Unsere Wegbegleiter während den Nivellierarbeiten
Die wunderschöne Landschaft von Karagwe

Auch hinsichtlich des Projektes, das die Bauarbeiten an dem Zentrum für körperlich und geistig erkrankte als auch missbrauchte und vergewaltige Kinder umfasst, gibt es unglaubliche Neuigkeiten. Wir haben es geschafft mit der Hilfe von ganz besonders großzügigen und unglaublich herzlichen Menschen, die benötigte Geldsumme zu beschaffen. Auch öffentlich möchte ich mich daher nochmals von ganzem Herzen dafür bedanken und ich spreche dabei im Namen aller Ordensschwestern, die später für die Versorgung und Erziehung der Kinder verantwortlich sind. Ich denke, wir können mit eurer Hilfe ein wunderbares Zuhause für Kinder schaffen, die sonst kaum Perspektiven hätten. Da das Projekt in Chabalisa lokalisiert ist, das etwa eine Autofahrtstunde von meinem Wohnort entfernt liegt, reisen wir immer für mehrere Tage auf die Baustelle und übernachten demnach auch dort. Während dieser Zeit sorgen sich die Ordensschwestern täglich um unser leibliches Wohl während der Pausen und nach der Arbeit. Am Montag (30.10.2017) waren bereits die Arbeiter vor Ort, die die Metallrahmen für die Fenster anfertigen sollen. Da am Dienstag das Skype-Meeting als auch andere Arbeiten bei Mavuno anfallen, reisen wir erst am Mittwoch nach Chabalisa und sind dann bis Freitagabend mit den Bauarbeiten beschäftigt. Für Mittwoch sind Arbeiter bestellt, die gemeinsam mit uns die Lattung für die Zwischendecke anbringen sollen. Außerdem müssen wir diese Woche aufs Dach steigen, um kleine Leckagen auszubessern und das Dach vollständigen abzudichten, bevor die Zwischendeckenplatten angebracht werden. Da Babu John ja ebenfalls parallel an seinem Haus weiterarbeitet, sind bereits alle Materialen vor Ort und auch durch seine Kontakte ist es ein Leichtes gute und zuverlässige Arbeiter zu finden. Weitere wichtige Arbeitsschritte, die in den nächsten Tagen vollzogen werden sollen, sind das Verputzen der Wände als auch das Verlegen des Estrichs. Die Stromkabel sollen oberhalb der Zwischendecke verlegt werden. Wir müssen jedoch noch einen professionellen Elektriker finden, der die Elektroinstallationen anständig ausführen kann. Im Weiteren versuchen wir noch anständige Produkte aus Deutschland zu beschaffen, da  hier fast der gesamte Elektrobedarf aus China importiert wird und aufgrund der schlechten Qualität oftmals eine große Risikoquelle für die Entstehung von Schadensfeuern darstellt.

Besuch von Oma und Mama

Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich mit einer Zusammenfassung meiner Urlaubsreise mit Mama und Oma. Die beiden waren nun zum zweiten Mal in Afrika um mich zu besuchen. Das erste Mal ging es für die Zwei Anfang 2016 nach Äthiopien, dieses Mal erkundeten wir gemeinsam Ruanda und meine neue Heimat Tansania.  Kaum zu glauben, dass meine Oma erneut diese Reise angetreten hat, denn sie ist mittlerweile schon 82 Jahre alt. Dennoch schlägt sie sich immer noch sehr tapfer und ist, wie ihr Arzt schon sagte „unkaputtbar“.  Am 16.09. hatte ich meinen Rückflug aus Äthiopien angetreten und bin über Burundi nach Ruanda geflogen. Dort habe ich schon unser Hotelzimmer inspiziert und auf beide ein paar Stündchen gewartet. Die Zwei sollten eigentlich bereits gegen 20:30 Uhr in Kigali landen, aber sie ließen ziemlich lange auf sich warten, denn der Flug hatte mehr als zwei Stunden Verspätung. Die Aufregung stieg dann weiter an, als endlich der Flug aus Brüssel auf der Anzeigetafel erschien. Freudig und mit einem selbst gemalten Willkommensgruß empfing ich Oma und Mama schließlich in Kigali am Flughafen. Das erste Wiedersehen nach einem halben Jahr Afrika. Zum Glück sahen beide noch so aus wie vor meiner Abreise, sodass ich sie ohne Probleme wiedererkannt habe. Da es schon sehr spät war, ging es für uns gleich ins Hotel. Hier wurden erst mal allerlei Mitbringsel ausgetauscht und es wurde natürlich pausenlos geschwätzt. An dieser Stelle möchte ich mich auch schon mal recht herzlich bei allen lieben Menschen bedanken, die mir diverse Geschenke haben zukommen lassen. Ihr seid soooo lieb! Mama und Oma hatten ebenfalls allerlei Leckereien dabei, über die ich mich ebenfalls wahnsinnig gefreut habe, denn wie so oft schon berichtet, sieht es essentechnisch in Tansania nicht so gut aus. Nachdem wir drei todmüde ins Bett gefallen sind, ging es am nächsten Tag für uns schon früh weiter, denn meine Neugier auf alle Nachrichten aus der Heimat war grenzenlos, sodass ich die beiden schon bei Sonnenaufgang mit Fragen bombardiert habe. Die Anreise erwies sich doch als sehr anstrengend, daher haben wir uns dafür entschieden, den Sonntag gemütlich im Hotel zu verbringen.  Da wir alle sehr gerne Gesellschaftsspiele spielen, folgte ein Duell nach dem anderen.  Am Abend sind wir zum Essen ausgegangen und hatten aufgrund der witzigen Schnappschüsse, die wir von uns machten, eine Menge Spaß. Da Oma mit ihren schneeweißen Haaren immer schnell im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, kamen wir schnell mit den Leuten in Kontakt. Die meisten sind hin und weg, wenn sie auf meine Oma treffen, denn sie begeistert die Menschen mit ihrer Art und das, obwohl sie kein Englisch spricht und versteht. Wenn die Leute dann noch erfahren, wie alt sie wirklich ist, kommen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Endlich wieder vereint

Am Montag haben wir das Genozid-Museum in Kigali besucht, welches 2004 als Mahnmal für den Völkermord eröffnet wurde. Das Memorial Center ist nicht nur ein Museum, das die Grausamkeiten von 1994 durch zahlreiches Bild-und Tonmaterial archiviert, sondern auch eine Gedenkstätte für alle Menschen, die in dieser Zeit einen geliebten Angehörigen verloren haben. Auf dem großen Gelände befinden sich zudem auch Massengräber, in denen 250.000 Menschen begraben wurden. Bislang konnten nur diese Leichen gefunden und anständig begraben werden. Noch bis heute werden große Anstrengungen unternommen, um die Überreste aller Ermordeten zu finden, um auch diese bestatten zu können. Besonders für die Angehörigen sind die Identifizierung und ein anständiges Begräbnis wichtig, da dies bei der Verarbeitung dieser Tragödie hilfreich ist. In einer Periode von 100 Tagen ermordeten damals die Hutu systematisch und überaus brutal über eine Million Tutsi. In den Museumsräumen wird erklärt, wie es zu dem Völkermord kam, d. h., wie sich die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen verschärften, was den Völkermord letztendlich auslöste und wie die Tragödie unter dem wachsamen Auge einer bedeutenden Friedenstruppe der Vereinten Nationen zum vollen Ausbruch kam. Da der Genozid in Ruanda leider nur einer von vielen grausamen Völkermorden in der Weltgeschichte ist, gibt es zudem noch Ausstellungsräume, die über weitere düstere Kapitel weltweit berichten (z. B. Holocaust, Vietnam, Jugoslawien). Der Besuch hat uns zu tiefst erschüttert, denn das, was man dort auf den Bildern und Videoaufnahmen zu sehen bekam, übersteigt jeglichen menschlichen Verstand.

Am Mittwoch (20.09) ging es für uns in den Akagera Nationalpark, der nur etwa zwei Autostunden von Kigali entfernt liegt. Der Park ist etwa 900 km² groß und liegt auf einer Höhe zwischen etwa 1300 und 1800 m Höhe. Zum Park gehören neben den Grassavannen im Norden, die viele Akazien beherbergen, auch Busch- und Baumsavannen im Süden sowie Feuchtgebiete und Sümpfe, die vom Akagera Fluss gebildet werden. Schon früh morgens haben wir uns auf den Weg gemacht, um möglichst viel an einem Tag vom Park und seinen tierischen Bewohnern zu sehen. Nur nach wenigen Minuten Fahrt im Park wurden wir von einer Herde Affen begrüßt. Im Akagera Park leben 11 verschiedene Antilopenarten, sodass uns diese Tiere immer wieder über den Weg liefen, mal alleine und mal in großen Herden. In Seenähe konnten wir viele Flusspferde und Krokodile beobachten. Zahlreiche Zebras und Büffel kreuzten zudem unseren Weg. Nach langem Suchen haben wir sogar drei Giraffen gesichtet, die sich leider, aufgrund des Wetters an diesem Tag, ziemlich gut versteckt hatten. Oma meinte sogar in der Ferne einen Elefanten gesichtet zu haben, fügte aber hinzu, dass es sich hierbei wohl nur um eine Fata Morgana gehandelt haben muss. Ein paar Tage später wurden wir jedoch von Omas scharfsinnigen Blick eines Besseren belehrt, denn sie war auch die Einzige, die auf dem Weg zu meinem Zuhause in Tansania, eine kleine Gruppe Giraffen entdeckte. Mittlerweile sind wir überzeugt, dass es sich bei Omas Wahnvorstellungen im Akagera Park doch tatsächlich um einen Elefanten gehandelt haben muss, den Mama und ich vor lauter Sucherei nicht entdeckt hatten.

Am Samstag den 23.09. haben wir unser schönes Hotel in Kigali verlassen, um uns auf den Weg nach Tansania zu machen. Da die Straßen in Ruanda in einem sehr guten Zustand sind, konnten wir ohne Probleme an die Grenze fahren und dann fing das Chaos an.  Wir drei Damen mussten, an der Grenze angekommen, erst mal mit unserem gesamten Gepäck durch eine Kontrolle. Alle Sachen mussten abgelegt und durchleuchtet werden, sämtliche Gepäckstücke mussten sogar zur Durchsuchung geöffnet werden. Diese Prozedur dauerte angesichts der zahlreichen Gepäckstücke und des tansanischen Arbeitstempos eine halbe Ewigkeit. Nachdem endlich alle Koffer wieder geschlossen werden konnten, ging es weiter mit dem Visumsprozess. Dies nahm ebenfalls einige Zeit in Anspruch, da scheinbar samstags in Tansania langsamer gearbeitet wird. Wir haben wirklich sehr lange warten müssen und das war sogar für mich ungewohnt. Denn auch wenn das Arbeitstempo hier in Tansania nicht mit dem uns bekannten zu vergleichen ist, laufen diese Prozesse sonst immer schneller ab. Wir drei waren heil froh, als die Fahrt endlich weiter ging. In Tansania angekommen, fiel Mama und Oma gleich ein großer Kontrast zu Ruanda auf. Neben der weitaus schlechteren Qualität der Straßenbeschaffenheit, herrscht in Tansania Linksverkehr. Über Buckelpisten kamen wir unserem Ziel immer näher. Der Weg von Rusumo, dem Grenzübergang von Ruanda nach Tansania, nach Karagwe, meiner Heimat in Tansania, führt durch ein Gebiet natürlichen Ursprungs, das die Heimat vieler afrikanischer Wildtiere ist. Wir waren alle drei ziemlich überrascht, als Oma plötzlich drei Giraffen am Straßenrand entdeckte. Wir hätten niemals gedacht, dass wir diesen Tieren mal so nah kommen, denn selbst im Nationalpark lag zwischen uns und den Tieren eine weitaus größere Distanz. Die Giraffen hielten sich etwa in 10 Metern Entfernung von uns auf und waren fleißig dabei die Blätter der Baumkrone zu verspeisen.  Diese einzigartige und unverhoffte Begegnung entschädigte uns definitiv für die Unannehmlichkeiten am Grenzübergang. Gegen Abend haben wir schließlich meine neue Heimat erreicht und ich war wirklich aufgeregt, was Oma und Mama wohl dazu sagen werden. Da alles sehr ländlich ist, ist der Kontrast zu Deutschland natürlich enorm. Wir waren den ganzen Tag unterwegs, sodass wir abends, ohne jegliche Erkundung der Umgebung, glücklich und zufrieden ins Bett gefallen sind. Da wir nur drei Tage hier verbracht haben, hatten wir uns dazu entschieden, uns ein kleines Zimmer und ein Bett im Gästehaus auf dem Gelände der Mavuno Girls Secondary School zu teilen. Schnell wurde klar, wer zuerst schläft, hat gewonnen, weil er die Schnarchkulisse der anderen Bettinsassen nicht ertragen muss. Am nächsten Tag haben Oma und Mama gleich den ländlichen tansanischen Alltag kennengelernt, denn es gab morgens kein Wasser. Da ich mittlerweile sehr erprobt im Umgang mit dieser Problematik bin, habe ich ihnen ein paar Kniffe gezeigt, um das Problem zu relativieren. Denn wenn man sich zu dritt ein kleines Bad ohne Wasser teilt, kann es schnell spaßig werden, wenn jemand auf der Toilette war. Gegen Mittag ging es für Oma und Mama nach Chabalisa. Das kleine Dorf beherbergt mein neues Projekt, das Zentrum für geistig und körperlich erkrankte aber auch traumatisierte Kinder jeglichen Alters. Auf der unbefestigten und unwegsamen „Straße“ dorthin, kamen die beiden an ihre Grenzen, denn es war eine sehr holprige und anstrengende Fahrt. Zwischenzeitlich hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen, dass ich die beiden ins Auto gepackt habe, um ihnen das Projekt zu zeigen. Dies war jedoch nach unserer Ankunft schnell vergessen, denn was sie dort sahen, begeisterte sie sehr. Während ich die beiden übers gesamte Gelände und durch die Räumlichkeiten führte, erklärte ich zudem deren Funktion und wie die weiteren zukünftigen Baumaßnahmen aussehen sollen. Wer sich noch mal näher über das Projekt informieren möchte, findet bereits einen Blogeintrag dazu. In ein paar Wochen wird ein neuer Eintrag, speziell zu den konkreten Baumaßnahmen veröffentlicht werden. Nach wie vor würde ich mich wahnsinnig über externe Hilfe freuen, denn für die Verwirklichung alle geplanten Bauvorhaben sind etwa 10.000 Euro notwendig. Auch hier gilt wieder, dass ich weitere Fragen zum Projekt gerne beantworte.

Das Gebäude, das ich zukünftig ausbauen und erweitern darf

Sanitärräume
Blick auf die Zugänge zu den Zimmern der Kinder
Lattung für Zwischendeckenplatten

Der Montag stellte unseren letzten Tag in Tansania dar, an dem die Spendenübergabe der mitgebrachten Feuerwehrausrüstung, die großzügigerweise von der Stadt Kreuztal gesponsert wurde, stattgefunden hat. Dazu habe ich jedoch einen separaten Blogeintrag hochgeladen. Nachdem wir am 26.09. wieder zurück nach Kigali gefahren sind, stand für uns nur noch Erholung auf dem Programm. Wir haben es uns noch in einem schönen Hotel gut gehen lassen und die Zeit gemeinsam genossen. Das nächste Mal sehen wir uns ja erst in einem halben Jahr wieder. Oma und Mama, es war schön, dass ihr mich erneut in Afrika besucht habt. Ich bin so stolz euch beide zu haben und bedanke mich für all die Unterstützung und Hilfe.

Kochbananen

„Kiti moto“ (Gekochtes Schweinefleisch in würziger Soße mit Kochbananen)

Liebe Grüße

Eure Kathi

 

Tag der Spendenübergabe

Der 25.09.2017 stellte unseren letzten Tag in Kayanga dar, an dem wir jedoch noch einiges zu erledigen hatten. An diesem Tag wurde das Feuerwehrequipment, das die Stadt Kreuztal großzügigerweise zur Verfügung gestellt hat, an die Wehrleute in Kayanga ausgehändigt. Mama und Oma hatten zuvor große Mühe all die Ausrüstung in ihren Reisetaschen unterzubringen. Im Gepäck befanden sich Nomex-Jacken und diverse Hemden und Hosen. Außerdem hatten die Beiden ausrangierten Feuerwehrgürtel dabei. Obwohl Oma und Mama nicht vom Fach sind, haben auch sie gleich erkannt, dass die defizitäre Ausrüstung das größte Problem im Hinblick auf eine effiziente Brandbekämpfung ist. Peter, der Bezirksfeuerwehroffizier, hatte sich sogar ein paar Tage zuvor eine schwere Kopfverletzung während eines Löscheinsatzes zugezogen, weil bislang der Eigenschutz, aufgrund fehlender Feuerschutzkleidung, völlig missachtet wird. Zu der Arbeit und zu den Problemen der kleinen tansanischen Feuerwache „Karagwe Fire and Rescue Force“  in Kayanga habe ich bereits einen Report verfasst, der ebenfalls auf meinem Blog zu finden ist. Ich hoffe sehr, dass wir die Feuerwehr in Kayanga noch weiter und vor allem langfristig unterstützen können, denn der Ausbau von Feuerwehrstrukturen ist ebenfalls von enormer Wichtigkeit für die Entwicklung einer Region. Selbst durch viele kleine Schritte könnte zukünftig eine enorme Verbesserung herbeigeführt werden. So verhelfen ausgemustertes Equipment und Feuerschutzausrüstung, die nicht mehr dem aktuellen deutschen Standard entsprechen, der Weiterentwicklung der Feuerwehr mehr, als so mancher denkt. Nachfolgend möchte ich kurz über den Tag der Spendenübergabe berichten, der uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Gegen 9:00 Uhr trafen wir im Verwaltungsgebäude in Kayanga ein, wo wir von einem sehr großen Komitee, bestehend aus der kompletten Feuerwehreinheit und zahlreichen wichtigen Funktionären aus Verwaltung und Politik, empfangen wurden. Manche von den anwesenden Persönlichkeiten waren sogar extra von weither angereist, um bei der Spendenübergabe dabei zu sein. Sogar der oberste Feuerwehroffizier, der für die gesamte Kagera-Region zuständig ist, war vor Ort. Zu Beginn fand ein offizielles Meeting statt, indem wir begrüßt und vorgestellt wurden. Alle anwesenden Personen beschrieben kurz ihre Funktion und Tätigkeit, sodass wir bei der großen Anzahl von Menschen schnell den Überblick verloren hatten. Wir fühlten uns sehr geehrt, denn die Leute nahmen sich wirklich viel Zeit für uns und gaben sich alle Mühe uns willkommen zu heißen. Nach der Vorstellungsrunde kam ich zu Wort und erklärte ausführlich, was wir bisher mit der Unterstützung aus Deutschland erreichen konnten und in Zukunft gerne verwirklichen und weiterführen möchten. Meine Rede beendete ich mit einer Demonstration der mitgebrachten Feuerschutzausrüstung. Dabei erklärte ich die Funktionalität der einzelnen Kleidungsstücke, gab zusätzliche Infos über das Material und schilderte kurz, wie die Feuerwehrwehren in Deutschland strukturiert und ausgerüstet sind. Alle waren schon mächtig begeistert, als sie erfuhren, wie schwer nur eine Nomex-Jacke ist.  Sogar der Bürgermeister sprang direkt auf, um sich einmal komplett mit den neuen Sachen ausrüsten zu lassen.

Danach ging es mit dem gesamten Komitee hinaus zum Feuerwehrfahrzeug, um den Wehrleuten das neue Equipment und die Geldspende zu überreichen. Dabei wurden natürlich zahlreiche Fotos geschossen und wir waren überwältigt von der Begeisterung und Dankbarkeit, die uns von Allen entgegengebracht wurden.

Oma übergibt ihre persönliche Geldspende
Der Bürgermeister übergibt offiziell die Geldspende von Oma und der Löschgruppe Buschhütten an Peter Mmbare

Am Abend wurden Oma, Mama und ich sowie Gregor und Anna, die uns an diesem Tag unterstützt hatten, zu einem großen Essen mit den wichtigsten Funktionären der Stadt eingeladen. Wir waren sehr beschämt, als wir sahen, was die Leute extra für uns organisiert hatten. Neben dem großen Buffet gab es für uns noch traditionelle Geschenke, die uns ebenfalls offiziell übergeben wurden. Diese enorme Freude der Menschen und die Tatsache, dass es der Feuerwehr wirklich an allem mangelt, haben uns in unserer Motivation, die Löschgruppe zu unterstützen, weiter bestärkt.

In der nahen Zukunft möchten wir gerne die Wehrleute mit Schutzhelmen und Handschuhen ausstatten, denn wie bereits beschrieben, ist selbst die ausgemusterte Schutzausrüstung eine große Hilfe. Dennoch liegt unsere größte Bemühung darin, ein Feuerwehrfahrzeug mit ausreichend großem Löschwassertank zu organisieren und nach Tansania zu verschiffen. Im Hinblick auf den Transport hätten wir vermutlich die beste Unterstützung durch die Hamburger Feuerwehr, denn diese pflegt schon seit Jahren eine Partnerschaft zu der Feuerwehrwache in Dar es Salaam, der Hauptstadt Tansanias. Da ich zurzeit nicht zu Hause bin, haben sich Mama und Papa dazu bereit erklärt, sich weiter um die Realisierung des Vorhabens zu kümmern. Mein Vater hatte schon zuvor viele Hebel in Bewegung gesetzt und hat letztendlich auch dafür gesorgt, dass die gesamte Einheit nun mit adäquater Schutzkleidung ausgerüstet ist. An dieser Stelle möchte ich mich deshalb auch noch mal öffentlich bei ihm für sein Engagement und seine Zeit bedanken. DANKE PAPA! Die Wehrleute in Kayanga würden Dich auch gerne mal persönlich kennenlernen. Du bist herzlich eingeladen.

Auch bei allen anderen Unterstützern, wie der Stadt Kreuztal, der Wehrführung der Kreuztaler Feuerwehr und der Löschgruppe Buschhütten möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich auch bei vielen Anderen durch meine Erzählungen, die Berichte über die Feuerwehr und die Bilder, das Interesse zu Helfen und zu Unterstützen, wecken kann. Der letzte große Dank geht an meine Oma und meine Mama, die extra den Weg nach Tansania auf sich genommen haben und zahlreiche Kilogramm an Feuerwehrschutzausrüstung in ihrem Gepäck mitgeführt haben. IHR SEID KLASSE! DANKESCHÖN!.