Wir verlegen endlich Fliesen und helfen gemeinsam Elias

Wir melden uns zurück von der Baustelle und können euch von enormen Fortschritten berichten: Fangen wir mal bei der Zwischendecke an: Alle Zwischendeckenplatten sind angebracht  und vergipst worden, sowie in allen Räumen mit den Zierleisten versehen. Außerdem konnte in der letzten Arbeitswoche bereits ein Großteil der  Zimmerdecken weiß gestrichen werden, in der aktuellen Arbeitswoche werden die Malerarbeiten an den restlichen Zimmerdecken fertigstellt, sodass die Lampen und Rauchmelder aus Deutschland in der kommenden Arbeitswoche installiert werden können.

Montage der Gipsbordüre durch unseren Handwerker Alex
Fertige Gipsbordüre und weiß gestrichene Zimmerdecke (Wandanstrich fehlt noch)

In den Zimmern, in denen bereits die Arbeiten an den Zimmerdecken abgeschlossen sind, konnten die Handwerker schon mit dem Fliesenverlegen beginnen. Die Lieferung der Fliesen aus Dar es Salaam hat doch länger auf sich warten lassen als zuvor gedacht. Dennoch sind am 16.01.2018 unsere Fliesen nahezu unversehrt auf der Baustelle eingetroffen. Zum Glück hat die verspätete Lieferung der Fliesen den restlichen Baubetrieb nicht verzögert -im Gegenteil  sie kamen eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt in Chabalisa an. Zum Fliesenverlegen haben wir drei zusätzliche Handwerker angestellt, die mit dieser Arbeit gut vertraut sind. Da die Fliesen hier nicht zur üblichen Innenausstattung eines Hauses zählen, war es schwierig, Handwerker zu finden, die das Fliesenverlegen präzise genug ausführen können. In der letzten Arbeitswoche konnten bereits vier Kinderzimmer sowie der Flur zwischen diesen Räumlichkeiten mit den entsprechenden Bodenfliesen als auch mit der Fliesen-Bordüre, die als unterer Wandabschluss dient, ausgestattet werden. Somit fehlt in diesen Zimmern lediglich nur noch der Wandanstrich, bevor nach einer Grundreinigung die Möbel an ihren Platz gestellt werden können. Die ersten vier gezimmerten Hochbetten sind bereits am 27.01.2018 auf der Baustelle angekommen und die nächsten vier Stockbetten sind auch schon in Auftrag gegeben.

Ein Teil der gelieferten Fliesen
Das erste Kinderzimmer wird mit Fliesen ausgestattet
Unser Handwerker Foti bei der Arbeit
Der Flur zwischen den Kinderzimmern

Die drei Fliesen-Profis

Auch alle Glasscheiben für die Fenster-und Türrahmen sind angefertigt und fast vollständig eingesetzt worden. Es müssen lediglich nur noch die sechs kleinen Fenster im Sanitärbereich mit den entsprechenden Glasscheiben ausgestattet werden. Wir müssen gestehen, dass uns die Metallfensterrahmen, die von lokalen Handwerkern angefertigt wurden, die meisten Nerven gekostet haben. Da die Rahmen nicht sauber ausgemessen und demnach nicht akkurat genug erstellt wurden, mussten die Handwerker diverse Male mit dem Stromaggregat und dem Schweißgerät auf die Baustelle kommen, um zahlreiche Ausbesserungsarbeiten vorzunehmen. In diesem Hinblick vermissen wir doch ein wenig die deutsche Genauigkeit. In der letzten Arbeitswoche haben wir zudem Flacheisen für die Fenster anfertigen lassen, die zur Montage der Moskitonetze an den Fensterrahmen zusätzlich erforderlich sind. So ist der Austausch im Fall einer Beschädigung der Moskitonetze problemlos möglich.

Das große Rundbogenfenster im kleinen Vorraum zum Sanitärbereich
Gestrichene(s) und verglaste(s) Terrassentür & Fenster im Vorraum der Schwesternwohnung

In der vergangenen Arbeitswoche konnten wir auch die Installationsarbeiten für das Zu-und Abwasser im Gebäude abschließen. Da hier kaum hochwertiges Werkzeug als auch Materialien für die Sanitärinstallation zu finden sind, waren wir sehr froh auf Arbeitsequipment und Materialien zurückgreifen zu können, welche Babu bereits vor Jahren mit den Containern nach Tansania verschifft hatte. Die Sanitäreinrichtung haben wir vor zwei Wochen in Bukoba erworben und auf die Baustelle transportiert. Im Hinblick auf die Stromversorgung gab es Probleme, die den ganzen Prozess deutlich verzögert haben. Jetzt sind jedoch alle Schwierigkeiten überwunden und unser Elektriker Felix sorgt in der aktuellen Arbeitswoche dafür, dass unser Haus endlich an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wird. Die letzten vier Zimmertüren als auch alle Holzrahmen für die Glassegmente im oberen Bereich aller Türrahmen werden aktuell von unseren Zimmermännern Silaus und Octavian angefertigt.

Elias -unser Sorgenkind

Eine weitere Geschichte aus Chabalisa, die uns sehr bewegt hat, möchte ich euch ebenfalls nicht vorenthalten. Seit ein paar Tagen berührt uns das Schicksal des 15 jährigen Elias, der unter chronischer Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) leidet. Elias ist seit Längerem schon auf die Baustelle gekommen, um seine tiefen und äußerst starken Wunden am linken Unterarm von den Schwestern oberflächlich behandeln zu lassen. Bei dem ersten Kontakt mit Elias war uns klar, dass es sich nicht um normale Wunden handelt und dass es enorm wichtig wäre, den Jungen in ein Krankenhaus zu schicken. Nach Absprache mit der Oberschwester von Chabalisa, die sich bislang liebevoll um Elias gekümmert hatte, haben wir kurzerhand einen Termin mit Elias vereinbart und sind mit ihm ins nächstgelegene Krankenhaus gefahren. Der Doktor hat uns gleich ins Bezirkskrankenhaus überwiesen, in dem am Samstag (27.01.2018) eine Röntgenaufnahme vom betroffenen Unterarm gemacht wurde, um zu sehen, ob bereits der Knochen infiziert und geschädigt ist.

Elias während seines Aufenthaltes im Bezirkskrankenhaus
Elias Wunde am Unterarm nach starker Antibiotikabehandlung (Es ist eine enorme Verbesserung zu erkennen)

Von der Oberschwester haben wir in Gesprächen zuvor erfahren, dass Elias Mutter leider die Familie verlassen und der Vater ein Alkoholproblem hat. Die Familie besitzt kaum finanzielle Mittel, sodass der Schulbesuch für Elias nichtmehr möglich ist und auch eine  anständige Behandlung in einem Krankenhaus vorerst ausgeschlossen war.  Für uns stand daher von Beginn an fest, dass wir für die Behandlung aufkommen werden, um den Jungen von seinen starken Schmerzen zu erlösen. Elias musste direkt am Samstag im Krankenhaus bleiben und konnte am Montag (29.01.2018), nachdem alle Injektionen mit Antibiotika verabreicht waren vorerst wieder entlassen werden. Wir waren seit seiner Einweisung jeden Tag im Krankenhaus, um Elias zu besuchen, auf die Ergebnisse zu warten und ihn zu versorgen. Gesa und Max, zwei Freunde aus Deutschland, die uns hier in Tansania besucht hatten, haben Elias ebenfalls ins Herz geschlossen und bei der Versorgung tatkräftig geholfen. Wir haben neue Kleidung, Hygieneartikel, eine Wasserschüssel, Besteck, eine Tasse sowie einen Teller, Obst, Getränke, warme Mahlzeiten und natürlich Süßigkeiten gekauft, um ihn den Aufenthalt so weit weg von Zuhause etwas zu erleichtern. Zum Glück ist Elias Bruder noch am Samstagnachmittag ins Krankenhaus gekommen, um sich dem Sorgenkind anzunehmen. Der Vater ist leider erst am Montag kurz vor Elias Entlassung aufgetaucht, aber es war ihm anzusehen, dass er aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes seines Sohnes ziemlich zweifelt ist und gerne viel mehr für seine Familie tun würde. Nach der starken Antibiotikabehandlung in Form von Spritzen und Tabletten geht es Elias nun deutlich besser. Es ist vermutlich das erste Mal seit langer Zeit, dass Schmerz für ihn nicht das dominierende Gefühl ist. Nach dem Gespräch mit dem Arzt am Montag in dem dann erst die schlechte Diagnose, chronische Osteomyelitis gestellt wurde, war jedoch klar, dass die Antibiotikabehandlung nicht ausreicht. Elias muss noch diese Woche in ein größeres Krankenhaus in  Kagondo reisen, damit ihm ausreichend geholfen werden kann. Dort müssen die infizierten Teile des Knochens entfernt werden und eine Drainage gelegt werden. Felix Papa konnte kurzfristig bei einem Jahresanfangskonzert seiner kleinen Band „The Scones“ einen unglaublich hohen Geldbetrag für Elias Behandlung und Operation sammeln, sodass die Finanzierung nun definitiv kein Hindernis mehr darstellt. Wir befürchten jedoch, dass der Verlauf und die damit einhergehenden Knochenumlagerungsprozesse bereits so stark fortgeschritten sind, dass Elias leider nicht ohne Langzeitschädigungen davon kommt. Der Unterarm ist bislang auch nicht die einzige betroffene Körperregion. Bereits vor Jahren hatte er eine Infektion am Oberschenkel, die leider nicht sorgsam behandelt werden konnte, sodass sich aus einer akuten Knochenmarkentzündung eine chronische Knochenmarkentzündung entwickeln konnte. Elias wird sein Leben lang immer wieder mit plötzlich auftretenden und schwerwiegenden Infektionen zu kämpfen haben, die immer wieder schnell und angemessen mit Antibiotika behandelt werden müssen.

 

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