Das große Fest in Chabalisa

Mit großen Schritten geht es voran und man erkennt deutlich die Fortschritte auf der Baustelle. Während die bisherigen Arbeiten meist nur im Gebäudeinneren ersichtlich waren, hat sich in den letzten drei Arbeitswochen vor Weihnachten auch die Außenfassade optisch verändert. Alle Fenstermetallrahmen sind mittlerweile eingebaut und einwandfrei von innen und außen verputzt.

Frontansicht mit eingebauten Fenstern
Frontansicht mit eingebauten Fenstern
Eingebaute und sauber verputzte Fenstermetallrahmen im Schwesterntrakt
Erstellen der
Erstellen der Mauerwerkswand im Vorraum zum Sanitärbereich

Auch die Terrassentür im Schwesterntrakt ist eingebaut und beidseitig sauber verputzt worden. Der Vorraum zum Sanitärbereich war bislang nach außen hin offen und der Durchgang wurde als zusätzlicher Zugang zur Baustelle genutzt. Vor Weihnachten haben die Handwerker dort eine 80 cm hohe Mauerwerkswand errichtet. Der Bereich zwischen dem erstellten Mauerwerk und dem Rundbogen darüber wird in der nächsten Woche durch ein großes Fenster verschlossen, das zukünftig für viel Helligkeit sorgen wird. Innerhalb einer Arbeitswoche konnten die Elektroinstallationsarbeiten im und ums Haus abgeschlossen werden. Diese Arbeiten beinhalteten neben der Verkabelung auch das Aufklopfen und Wiederverschließen der Kabelschächte. Unser Elektriker Felix aus Kayanga kümmert sich derzeit darum, dass das Haus an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wird. Aufgrund der Feiertage ist dies aber erst im neuen Jahr möglich. Derzeit werden geeignete Bäume gesucht deren Stämme als Strommasten fungieren sollen. Für die große optische Veränderung verantwortlich war besonders das Anbringen der Zwischendeckenplatten, die nun bereits in vielen Räumen vorhanden sind. Anfangs taten sich die Zimmerer im Umgang mit dem Akkuschrauber etwas schwer, aber mit fortschreitender Arbeit haben sie sich an das neumodische Werkzeug gewöhnt.

Anbringen der Zwischendeckenplatten
Anbringen der Zwischendeckenplatten
Ausmessen zum Zuschneiden der Deckenplatten
Ausmessen zum Zuschneiden der Deckenplatten

Leider mussten wir in einem Kinderzimmer den vor Jahren verlegten Estrich komplett entfernen. Das Rissbild war so stark ausgeprägt, dass das Fliesenverlegen nicht problemlos möglich gewesen wäre. Zum Glück ist die Beschaffenheit des alten Estrichs in den anderen vier Kinderschlafräumen akzeptabel für die weiteren Arbeitsschritte.

Aufklopfen des alten Estrichs
Aufklopfen des alten Estrichs

Ein weiterer großer Erfolg stellte für uns das Bestellen aller Fliesen dar. Aufgrund der sehr begrenzten Auswahl in Omurushaka und Kayanga hatten wir uns zuvor dazu entschlossen, die Fliesen in Dar es Salaam zu bestellen. Am Freitag müsste uns die Lieferung vom anderen Ende Tansanias erreicht haben. Nächste Woche werden wir zu dem Bauhändler, der mittlerweile ein Freund geworden ist, fahren und überprüfen, ob die Bestellung vollständig und heile angekommen ist. Durch den guten Kontakt zu dem Händler entstanden für den Transport auch keine Mehrkosten. Obwohl es in Tansania üblich ist, keinen zusätzlichen Bodenbelag auf dem Estrich zu verlegen, haben wir uns für Fliesen im gesamten Gebäude entschieden. Neben der Ästhetik hat das auch entscheidende Vorteile hinsichtlich der Sauberkeit. Leider müssen wir den Bau des Regentanks auf Februar verschieben, weil bis dato noch nicht alle Erdarbeiten abgeschlossen sind. Das liegt vor allem daran, dass wir den Erdaushub im gleichen Arbeitsschritt hinter dem Haus für das Anlegen einer Terrasse aufschütten und sorgfältig verdichten. Für die Erdarbeiten stehen zudem auch nur Schaufeln, Spitzhaken und ein Stampfer zum Verdichten und meist nur eine einzige Schubkarre zur Verfügung. Da bereits viele der notwendigen Baumaterialien für die Konstruktion des Wassertanks geliefert wurden, kann nach Abschluss der Erdarbeiten auch zügig mit dem Betonieren begonnen werden.  In den letzten Arbeitswochen wurden auch alle fehlenden Türrahmen gezimmert und auch eingebaut. Die drei fehlenden Holztüren für die Kinderzimmer sind auch fertiggestellt und auf der Baustelle angekommen.  Jetzt müssen nur noch vier Zimmertüren für den Schwesterntrakt gezimmert werden. Die Zimmertüren werden  jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt, um die Baustelle offen zu halten und die Türen nicht durch andere Arbeiten zu beschädigen.

Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit hatten wir für die Handwerker Weihnachtsgeschenke vorbereitet. Jeder erhielt ein paar Arbeitshandschuhe, eine kleine Tafel fair gehandelte Schokolade und 20.000 TZS Weihnachtsgeld. Das Jahr wurde zudem am 29.12. gemeinsam mit einem großen Fest beendet, zu dem etwa 400 Leute gekommen waren. Im Fokus stand neben der Segnung der beiden Häuser durch Bischof Almachius, besonders das Kennenlernen der Familien mit geistig und körperlich erkrankten Kindern. Speziell für sie wollten wir den Tag besonders gestalten, da viele Eltern mit ihren erkrankten Kindern nur selten das Haus verlassen. Mithilfe von zahlreichen Schwestern, die ebenfalls viel Herzblut in die Vorbereitung und Ausführung das Fest legten, konnten wir eine wunderschöne und herzerwärmende Feier veranstalten, die allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Neben einem ausgiebigen Mittagessen, für das wir unter anderem 25 kg Rindfleisch, 3 Hühner, 2 Ziegen, 25 Fische, 50 kg Reis und 100 kg Kartoffeln sowie zahlreiches Gemüse und viele Getränke gekauft hatten, gaben es noch viele andere schöne Programmpunkte.  Wir hoffen von ganzem Herzen, dass wir den Familien durch den Tag mehr Zuversicht schenken konnten, da sie nun das Projekt, die Schwestern und uns kennenlernen konnten. Der Tag hat uns definitiv noch mal gezeigt, wie gesegnet wir sind, solch eine tolle Arbeit ausführen zu dürfen und mich persönlich hat er zu einem der glücklichsten Menschen gemacht, da ich hautnah erleben durfte, wie sehr die Leute sich auf Hilfe freuen, da es sonst keine Unterstützung gibt. Bis vor kurzem war es hier auch nicht unüblich, dass erkrankte Kinder umgebracht wurden, da sie und ihre Krankheit als böses Omen angesehen wurden, welches nur Unheil über die Familie bringt. Zu dem Fest waren ebenfalls all unsere Handwerker mit ihren Familien eingeladen, da diese einen großen Anteil am Erfolg des Projektes haben. Auch ein tansanischer Radiosender war den ganzen Tag live vor Ort, um von unserem Projekt zu berichten.

Einkaufen fürs Fest
Der Einzug zur Messe
Das Festgelände
Kochen für 400 Gäste
Segnung der Häuser durch Bischof Almachius
Segnung der Häuser durch Bischof Almachius
Segnung der Kinder durch Bischof Almachius
Segnung der Kinder durch Bischof Almachius
Segnung der Kinder durch Bischof Almachius

Ich hoffe ich kann noch mehr Menschen davon überzeugen, uns bei diesem wunderbaren Projekt zu unterstützen. Ich denke, dass gerade diese Familien ganz dringend unsere Hilfe benötigen.

Liebe Grüße und einen guten Start ins neue Jahr

Eure Kathi

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Ein Gedanke zu “Das große Fest in Chabalisa

  1. Michael

    Hey Kati toller Bericht den ich gerade noch von der Silvesterfeier gelesen habe. Auch dir einen guten und gesunden Rutsch ins neue Jahr, für die Zukunft viel Glück und Erfolg in 2018
    Gruß bis bald
    Michael

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