Wohnungswechsel und Projektfortschritte

Hallo liebe Leser meines Blogs,

nun bin ich schon wieder seit knapp 4 Wochen in meiner Heimat Tansania. Nach meiner Rückkehr war einiges zu tun und die letzten Wochen waren daher mit reichlich Arbeit gefüllt. Die erste Woche war komplett von meinem Umzug bestimmt, denn wie schon berichtet, habe ich mich noch vor meiner Ausreise dazu entschieden die Unterkunft, aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse und dem damit einhergehenden Problemen mit den Ratten und Flöhen, zu wechseln. Nun lebe ich in einer schönen kleinen Wohnung, die einen großen Raum, ein eigenes Bad und einen geräumigen Flur umfasst. Die Wohnung befindet sich auf dem Kirchengelände der katholischen Kirche in Kayanga, auf welchem auch der Bischof, die Priester als auch die Ordensschwestern leben. Ich fühle mich sehr wohl in diesem Umfeld, denn gleich von Beginn an wurde ich sehr herzlich aufgenommen und konnte bislang immer auf Unterstützung und Hilfe zählen, wenn es ein kleines Problem gab.  Während meiner Abwesenheit wurde die Wohnung bereits mit Möbeln ausgestattet, sodass mir viel Arbeit erspart blieb und ich sogar die erste Nacht nach der Rückkehr dort verbringen konnte. Mittlerweile habe ich alles so eingerichtet und mit persönlichen Gegenständen dekoriert, dass ich mich wirklich überaus wohl fühle. Die Wohnung ist ein Platz, an dem ich  mich gerne aufhalte, zu dem ich gerne zurückkehre und an dem ich wieder Kraft nach getaner Arbeit schöpfen kann.  Das war bei Mavuno leider nicht so, da ich dort mit mehreren Problemen konfrontiert war. Der einzige entscheidende Vorteil in der alten Unterkunft war der Aspekt, dass es dort immer Wasser aus dem Bohrloch gab. In der neuen Wohnung gibt es kein fließendes Wasser, sodass ich jeden Tag zwei Eimer Wasser draußen an einer Verteilerstelle holen muss. Bei dem Wasser handelt es sich um das Regenwasser, das vom Kirchendach fließt und in einem unterirdischen Tag gespeichert wird. Es eignet sich daher nur nach Abkochen zum Trinken und auch Gemüse und Obst lässt sich nur gründlich reinigen, wenn das Wasser zuvor abgekocht wurde. Da Oma und Mama mir einen Tauchsieder mitgebracht hatten, ist das aber kein Problem, vorausgesetzt es gibt Strom. Als äußerst praktisch erweist sich zudem auch die Camping-Herdplatte, die Oma und Mama ebenfalls in ihrem Gepäck mitführten. So kann ich jeden Tag frisch kochen und bin eigenständig. Angemerkt sei jedoch, dass es zudem auch die Möglichkeit gibt, eine Gemeinschaftsküche zu nutzen oder mit den Schwestern, dem Bischof sowie den Priesteranwärtern jeden Tag gemeinsam zu essen.

Auch arbeitstechnisch gab bzw. gibt es viel zu tun, da ich ja fortan meine Arbeitszeit teile. Im Hinblick auf das Mavuno Wasserprojekt wird es bald einen enormen Fortschritt geben. Felix und ich haben ja schon vor ein paar Monaten ein Dokument, das sich mit dem gesamten Wasserprojekt befasst, ausgearbeitet. Dieses haben wir nun um die Dimensionierung der Trinkwasserleitung vom Mavuno Office bis zur Mavuno Secondary School sowie die dafür erforderliche Berechnung des Pumpensystems als auch der Solaranlage erweitert. In den nächsten Tagen wird mit den Bauarbeiten für die Verlegung von 10 km Trinkwasserleitung begonnen. Aufgrund des Umfanges dieses Teilprojektes arbeiten wir eng mit schwedischen Ingenieuren zusammen, die das Projekt teilfinanzieren. Für die restlichen Kosten kommt die Regierung auf. Um eine langfristige, nachhaltige und adäquate Lösung für die differente Fragestellung im Hinblick auf die Berechnung und Dimensionierung zu finden, waren Felix und ich auf zuverlässige Basisdaten angewiesen. Speziell die Datenbeschaffung kann sich  aber schon mal hier in Tansania zu einem langwierigen Prozess entwickeln, selbst wenn die Wichtigkeit der Daten ganz klar kommuniziert wurde. So dauerte es auch mehrere Tage bis endlich ein Nivelliergerät beschaffen werden konnte, um die vorliegende Höhendifferenz der zu überwindenden Distanz zu ermitteln. Ein lokaler Ingenieur hatte zuvor ebenfalls Berechnungen angestellt, die ausschließlich die Dimensionierung des Rohrleitungsnetzes umfassten. Der Ingenieur nutze in seiner Ausarbeitung GPS- Höhendaten, die für eine angemessene Berechnung jedoch nicht präzise genug sind. Wir waren uns daher einig, dass eine erneute Bemessung mit einem Nivelliergerät für unsere Kalkulationen unabdingbar ist. Ein Nivelliergerät konnte dann ganz kurzfristig aus dem etwa 2 Autofahrtstunden entfernten Bukoba organisiert werden. Da dieses eigentlich derzeit für Straßenbauarbeiten in Bukoba genutzt wird, hatten wir einen ziemlichen Zeitdruck. Wir haben das komplette Wochenende durchgearbeitet, um die Strecke von etwa 10 km entlang der staubigen unbefestigten Straße zur Schule schnellstmöglich zu bemessen. Es war aufgrund der starken Sonneneinstrahlung und des Staubes eine anstrengende, aber auch schöne Aufgabe. Das Ziel vor Augen und durch die lieben und dankbaren Worte der Anwohner motiviert, haben wir diese Aufgabe schneller als erwartet erledigt. Auf Grundlage der gesammelten Höhendaten konnten wir dann schließlich, die Berechnungen und Dimensionierungen abschließen und dem gesamten Team präsentieren. Wie bereits erwähnt sind auch schwedische Ingenieure an dem Teilprojekt beteiligt, sodass regelmäßig Skype-Meetings stattfinden, in denen aktuelle Fragestellungen diskutiert und die neusten Entwicklungen besprochen werden. Selbstverständlich ist dabei auch immer der Mavuno-Manager anwesend.

Bohrloch auf dem Mavuno Gelände
Einlassen eines Divers, um einen Pumptest durchzuführen
Bei der Arbeit
Mavuno Mitarbeiter, der uns während den Nivellierarbeiten assistiert hat

Schönes Örtchen, um Mittagspause zu machen

Unsere Wegbegleiter während den Nivellierarbeiten
Die wunderschöne Landschaft von Karagwe

Auch hinsichtlich des Projektes, das die Bauarbeiten an dem Zentrum für körperlich und geistig erkrankte als auch missbrauchte und vergewaltige Kinder umfasst, gibt es unglaubliche Neuigkeiten. Wir haben es geschafft mit der Hilfe von ganz besonders großzügigen und unglaublich herzlichen Menschen, die benötigte Geldsumme zu beschaffen. Auch öffentlich möchte ich mich daher nochmals von ganzem Herzen dafür bedanken und ich spreche dabei im Namen aller Ordensschwestern, die später für die Versorgung und Erziehung der Kinder verantwortlich sind. Ich denke, wir können mit eurer Hilfe ein wunderbares Zuhause für Kinder schaffen, die sonst kaum Perspektiven hätten. Da das Projekt in Chabalisa lokalisiert ist, das etwa eine Autofahrtstunde von meinem Wohnort entfernt liegt, reisen wir immer für mehrere Tage auf die Baustelle und übernachten demnach auch dort. Während dieser Zeit sorgen sich die Ordensschwestern täglich um unser leibliches Wohl während der Pausen und nach der Arbeit. Am Montag (30.10.2017) waren bereits die Arbeiter vor Ort, die die Metallrahmen für die Fenster anfertigen sollen. Da am Dienstag das Skype-Meeting als auch andere Arbeiten bei Mavuno anfallen, reisen wir erst am Mittwoch nach Chabalisa und sind dann bis Freitagabend mit den Bauarbeiten beschäftigt. Für Mittwoch sind Arbeiter bestellt, die gemeinsam mit uns die Lattung für die Zwischendecke anbringen sollen. Außerdem müssen wir diese Woche aufs Dach steigen, um kleine Leckagen auszubessern und das Dach vollständigen abzudichten, bevor die Zwischendeckenplatten angebracht werden. Da Babu John ja ebenfalls parallel an seinem Haus weiterarbeitet, sind bereits alle Materialen vor Ort und auch durch seine Kontakte ist es ein Leichtes gute und zuverlässige Arbeiter zu finden. Weitere wichtige Arbeitsschritte, die in den nächsten Tagen vollzogen werden sollen, sind das Verputzen der Wände als auch das Verlegen des Estrichs. Die Stromkabel sollen oberhalb der Zwischendecke verlegt werden. Wir müssen jedoch noch einen professionellen Elektriker finden, der die Elektroinstallationen anständig ausführen kann. Im Weiteren versuchen wir noch anständige Produkte aus Deutschland zu beschaffen, da  hier fast der gesamte Elektrobedarf aus China importiert wird und aufgrund der schlechten Qualität oftmals eine große Risikoquelle für die Entstehung von Schadensfeuern darstellt.

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3 Gedanken zu “Wohnungswechsel und Projektfortschritte

  1. Carmen Heide

    Hallo Katzi
    Bin nach dem Bericht sehr gerührt.Habe gerade Besuch von meinem Hasen Mechti,die auch recht gerührt war,nachdem,sie den Bericht gelesen hat.
    L.G.deine Mama und Mechthi

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