Tag der Spendenübergabe

Der 25.09.2017 stellte unseren letzten Tag in Kayanga dar, an dem wir jedoch noch einiges zu erledigen hatten. An diesem Tag wurde das Feuerwehrequipment, das die Stadt Kreuztal großzügigerweise zur Verfügung gestellt hat, an die Wehrleute in Kayanga ausgehändigt. Mama und Oma hatten zuvor große Mühe all die Ausrüstung in ihren Reisetaschen unterzubringen. Im Gepäck befanden sich Nomex-Jacken und diverse Hemden und Hosen. Außerdem hatten die Beiden ausrangierten Feuerwehrgürtel dabei. Obwohl Oma und Mama nicht vom Fach sind, haben auch sie gleich erkannt, dass die defizitäre Ausrüstung das größte Problem im Hinblick auf eine effiziente Brandbekämpfung ist. Peter, der Bezirksfeuerwehroffizier, hatte sich sogar ein paar Tage zuvor eine schwere Kopfverletzung während eines Löscheinsatzes zugezogen, weil bislang der Eigenschutz, aufgrund fehlender Feuerschutzkleidung, völlig missachtet wird. Zu der Arbeit und zu den Problemen der kleinen tansanischen Feuerwache „Karagwe Fire and Rescue Force“  in Kayanga habe ich bereits einen Report verfasst, der ebenfalls auf meinem Blog zu finden ist. Ich hoffe sehr, dass wir die Feuerwehr in Kayanga noch weiter und vor allem langfristig unterstützen können, denn der Ausbau von Feuerwehrstrukturen ist ebenfalls von enormer Wichtigkeit für die Entwicklung einer Region. Selbst durch viele kleine Schritte könnte zukünftig eine enorme Verbesserung herbeigeführt werden. So verhelfen ausgemustertes Equipment und Feuerschutzausrüstung, die nicht mehr dem aktuellen deutschen Standard entsprechen, der Weiterentwicklung der Feuerwehr mehr, als so mancher denkt. Nachfolgend möchte ich kurz über den Tag der Spendenübergabe berichten, der uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Gegen 9:00 Uhr trafen wir im Verwaltungsgebäude in Kayanga ein, wo wir von einem sehr großen Komitee, bestehend aus der kompletten Feuerwehreinheit und zahlreichen wichtigen Funktionären aus Verwaltung und Politik, empfangen wurden. Manche von den anwesenden Persönlichkeiten waren sogar extra von weither angereist, um bei der Spendenübergabe dabei zu sein. Sogar der oberste Feuerwehroffizier, der für die gesamte Kagera-Region zuständig ist, war vor Ort. Zu Beginn fand ein offizielles Meeting statt, indem wir begrüßt und vorgestellt wurden. Alle anwesenden Personen beschrieben kurz ihre Funktion und Tätigkeit, sodass wir bei der großen Anzahl von Menschen schnell den Überblick verloren hatten. Wir fühlten uns sehr geehrt, denn die Leute nahmen sich wirklich viel Zeit für uns und gaben sich alle Mühe uns willkommen zu heißen. Nach der Vorstellungsrunde kam ich zu Wort und erklärte ausführlich, was wir bisher mit der Unterstützung aus Deutschland erreichen konnten und in Zukunft gerne verwirklichen und weiterführen möchten. Meine Rede beendete ich mit einer Demonstration der mitgebrachten Feuerschutzausrüstung. Dabei erklärte ich die Funktionalität der einzelnen Kleidungsstücke, gab zusätzliche Infos über das Material und schilderte kurz, wie die Feuerwehrwehren in Deutschland strukturiert und ausgerüstet sind. Alle waren schon mächtig begeistert, als sie erfuhren, wie schwer nur eine Nomex-Jacke ist.  Sogar der Bürgermeister sprang direkt auf, um sich einmal komplett mit den neuen Sachen ausrüsten zu lassen.

Danach ging es mit dem gesamten Komitee hinaus zum Feuerwehrfahrzeug, um den Wehrleuten das neue Equipment und die Geldspende zu überreichen. Dabei wurden natürlich zahlreiche Fotos geschossen und wir waren überwältigt von der Begeisterung und Dankbarkeit, die uns von Allen entgegengebracht wurden.

Oma übergibt ihre persönliche Geldspende
Der Bürgermeister übergibt offiziell die Geldspende von Oma und der Löschgruppe Buschhütten an Peter Mmbare

Am Abend wurden Oma, Mama und ich sowie Gregor und Anna, die uns an diesem Tag unterstützt hatten, zu einem großen Essen mit den wichtigsten Funktionären der Stadt eingeladen. Wir waren sehr beschämt, als wir sahen, was die Leute extra für uns organisiert hatten. Neben dem großen Buffet gab es für uns noch traditionelle Geschenke, die uns ebenfalls offiziell übergeben wurden. Diese enorme Freude der Menschen und die Tatsache, dass es der Feuerwehr wirklich an allem mangelt, haben uns in unserer Motivation, die Löschgruppe zu unterstützen, weiter bestärkt.

In der nahen Zukunft möchten wir gerne die Wehrleute mit Schutzhelmen und Handschuhen ausstatten, denn wie bereits beschrieben, ist selbst die ausgemusterte Schutzausrüstung eine große Hilfe. Dennoch liegt unsere größte Bemühung darin, ein Feuerwehrfahrzeug mit ausreichend großem Löschwassertank zu organisieren und nach Tansania zu verschiffen. Im Hinblick auf den Transport hätten wir vermutlich die beste Unterstützung durch die Hamburger Feuerwehr, denn diese pflegt schon seit Jahren eine Partnerschaft zu der Feuerwehrwache in Dar es Salaam, der Hauptstadt Tansanias. Da ich zurzeit nicht zu Hause bin, haben sich Mama und Papa dazu bereit erklärt, sich weiter um die Realisierung des Vorhabens zu kümmern. Mein Vater hatte schon zuvor viele Hebel in Bewegung gesetzt und hat letztendlich auch dafür gesorgt, dass die gesamte Einheit nun mit adäquater Schutzkleidung ausgerüstet ist. An dieser Stelle möchte ich mich deshalb auch noch mal öffentlich bei ihm für sein Engagement und seine Zeit bedanken. DANKE PAPA! Die Wehrleute in Kayanga würden Dich auch gerne mal persönlich kennenlernen. Du bist herzlich eingeladen.

Auch bei allen anderen Unterstützern, wie der Stadt Kreuztal, der Wehrführung der Kreuztaler Feuerwehr und der Löschgruppe Buschhütten möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich auch bei vielen Anderen durch meine Erzählungen, die Berichte über die Feuerwehr und die Bilder, das Interesse zu Helfen und zu Unterstützen, wecken kann. Der letzte große Dank geht an meine Oma und meine Mama, die extra den Weg nach Tansania auf sich genommen haben und zahlreiche Kilogramm an Feuerwehrschutzausrüstung in ihrem Gepäck mitgeführt haben. IHR SEID KLASSE! DANKESCHÖN!.

 

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2 Gedanken zu “Tag der Spendenübergabe

  1. Michael

    Hallo Kathi
    schön das man von dir noch mal was hört und liest. hast dir ja jetzt viel Mühe gegeben mit den 3 Berichten. Es ist sehr interressant was du berichtest, schön das es in dem Land auch dank deiner Hilfe aufwärts geht und sich die Mühe lohnt. Grüß mir deine kleinen Freunde, du weißt schon!
    Hoffentlich hat deine Mutter keine mitgebracht
    Gruß Michael

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    1. Hallo Michael,
      Während meiner Zeit in Ruanda und Äthiopien hatte ich leider kaum Internetzugang. Ich bin auch sehr froh über das was bisher geleistet werden konnte. Und Mama hatte hoffentlich keine fremden Passagiere im Koffer.
      Ich hoffe Dir bzw. euch gehts gut in Buschhütten
      Ganz liebe Grüße aus Tansania

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